Poesie und Schönheit der Worte

Zitat über Poesie und Worte

„Die Poesie wie auch die Schönheit der Worte, können die Sinne weit über den Horizont entführen.“
© Joachim Nusch
#Zitate #Worte #Reden #Redenschreiber #Speaker #Poesie #Autor #Inspiration #Sprüche #Quotes

Zeit zum Leben und Lieben

Das Paradox unserer Zeit ist: wir haben hohe Gebäude, aber eine niedrige Toleranz, breite Autobahnen, aber enge Ansichten. Wir verbrauchen mehr, aber haben weniger, machen mehr Einkäufe, aber haben weniger Freude. Wir haben größere Häuser, aber kleinere Familien, mehr Bequemlichkeit, aber weniger Zeit, mehr Ausbildung, aber weniger Vernunft, mehr Kenntnisse, aber weniger Allgemeinwissen, mehr Experten, aber auch mehr Probleme, mehr Medizin, aber weniger Gesundheit.

Wir rauchen zu stark, wir trinken zu viel, wir geben verantwortungslos viel aus; wir lachen zu wenig, fahren zu schnell, regen uns zu schnell auf, gehen zu spät schlafen, stehen zu müde auf; wir lesen zu wenig, sehen zu viel fern, beten zu selten.

Wir haben unseren Besitz vervielfacht, aber unsere Werte reduziert. Wir sprechen zu viel, wir lieben zu selten und wir hassen zu oft.

Wir wissen, wie man seinen Lebensunterhalt verdient, aber nicht mehr, wie man lebt.

Wir haben dem Leben Jahre hinzugefügt, aber nicht den Jahren Leben. Wir kommen zum Mond, aber nicht mehr an die Tür des Nachbarn. Wir haben den Weltraum erobert, aber nicht den Raum in uns. Wir machen größere Dinge, aber nicht bessere.

Wir haben die Luft gereinigt, aber die Seelen verschmutzt. Wir können Atome spalten, aber nicht unsere Vorurteile.

Wir schreiben mehr, aber wissen weniger, wir planen mehr, aber erreichen weniger. Wir haben gelernt schnell zu sein, aber wir können nicht warten. Wir machen neue Computer, die mehr Informationen speichern und eine Unmenge Kopien produzieren, aber wir verkehren weniger miteinander.

Es ist die Zeit des schnellen Essens und der schlechten Verdauung, der großen Männer und der kleinkarierten Seelen, der leichten Profite und der schwierigen Beziehungen. Es ist die Zeit des größeren Familieneinkommens und der Scheidungen, der schöneren Häuser und des zerstörten Zuhause. Es ist die Zeit der schnellen Reisen, der Wegwerfwindeln und der Wegwerfmoral, der Beziehungen für eine Nacht und des Übergewichts. Es ist die Zeit der Pillen, die alles können: sie erregen uns, sie beruhigen uns, sie töten uns. Es ist die Zeit, in der es wichtiger ist, etwas im Schaufenster zu haben statt im Laden, wo moderne Technik einen Text wie diesen in Windeseile in die ganze Welt tragen kann, und wo sie die Wahl haben: das Leben ändern – oder den Text löschen.

Vergesst nicht, mehr Zeit denen zu schenken, die Ihr liebt, weil sie nicht immer mit Euch sein werden. Sagt ein gutes Wort denen, die Euch jetzt voll Begeisterung von unten her anschauen, weil diese kleinen Geschöpfe bald erwachsen werden und nicht mehr bei Euch sein werden. Schenkt dem Menschen neben Euch eine heiße Umarmung, denn sie ist der einzige Schatz, der von Eurem Herzen kommt und Euch nichts kostet. Sagt dem geliebten Menschen: „Ich liebe Dich“ und meint es auch so. Ein Kuss und eine Umarmung, die von Herzen kommen, können alles Böse wiedergutmachen. Geht Hand in Hand und schätzt die Augenblicke, wo Ihr zusammen seid, denn eines Tages wird dieser Mensch nicht mehr neben Euch sein.

Findet Zeit Euch zu lieben, findet Zeit miteinander zu sprechen, findet Zeit, alles was Ihr zu sagen habt miteinander zu teilen, – denn das Leben wird nicht gemessen an der Anzahl der Atemzüge, sondern an der Anzahl der Augenblicke, die uns den Atem berauben.

Zeit zum Leben und Lieben

(von George Carlin, einem amerikanischen Schauspieler und Komiker, der die folgenden Zeit anlässlich des Todes seiner Frau verfasste,
zitiert nach einem Newsletter von www.corduan.de )

Zitate, Impulse und Inspiration | 3 Probleme und Aufgaben

Wer hat im Leben keine Probleme?

Wenn ich jemanden frage wie es ihm geht, so erhalte ich zunächst immer die Antwort „Gut“. – Oder es geht so. – Alles in Ordnung.

Sind wir wirklich an seinem Wohlbefinden interessiert?

Oder ist es nur eine Standartfrage?

Wie geht’s?- Como estas?, – Comment allez-vous aujourd’hui ? How are you today ?

Unser Blick auf die Schwierigkeiten anderer Menschen fällt uns oft schwer und die befragte Person will vielleicht nicht darüber sprechen, damit das positive Image aufrecht erhalten bleibt, man hätte keine Probleme..

Dazu heute eine Geschichte aus Indien.

In einem Dorf stand eine starke uralte Eiche. Eines Tages forderte der Dorfälteste alle Dorfbewohner auf, ihre Probleme und Sorgen in ein Paket zu packen und auf die Eiche zu hängen.

Der alte Mann stellte allerdings eine Bedingung:

Jeder, der ein Paket auf den Baum band, musste dafür ein anderes mitnehmen.

Alle Dorfbewohner waren damit einverstanden und machten sich eiligst daran, ihre Sorgen und Nöte in ein Paket zu verschnüren und an den Baum zu hängen.

Jeder von ihnen nahm ein Paket mit Problemen eines anderen Dorfbewohners mit nach Hause.

Doch innerhalb kurzer Zeit kam es zu einer großen Aufregung. Die Bewohner eilten zum alten Mann und beschwerten sich, dass die fremden Sorgen wesentlich größer sind als die eigenen.

Der Alte lächelte.

Und es dauerte nicht lange, da packten alle Dorfbewohner die fremden Sorgen wieder in das Paket und brachten dieses zu der Eiche zurück.

Schließlich gingen alle Bewohner wieder mit ihrem Sorgen-Päckchen nach Hause.

Wie dem auch sei. Probleme können wir auch als Aufgaben oder Herausforderungen ansehen. Sie sind ein Geschenk, denn sie helfen uns stärker zu werden. Aufgaben zeigen uns, dass es bergauf geht obwohl wir manchmal den Eindruck haben könnten, es ginge nur bergab
Es lohnt sich einmal die Perspektive zu wechseln und mehr lösungsorientiert zu denken, als nur die Schwierigkeiten und die Probleme zu betrachten. Wir alle haben unsere Herausforderungen und Achterbahnen im Leben die uns nur wachsen und reifen lassen.

Ich wünsche Ihnen die Kraft, die Sie benötigen um alle Aufgaben zu bewältigen und Sie beim bergauf immer fit sind.

Ich hoffe, dass Sie durch diesen Beitrag einen neuen, klareren Blick bekommen werden.

Mein Name ist Joachim Nusch

Machen Sie‘s gut, bis dann!

Erfolg im Bogenschiessen, wie im Leben, braucht Kontinuität

Bogenschiessplatz La Coruna – Wettbewerb 2017

Eine Gewohnheit ändern – Wie lange dauert es wirklich?

Wer im Bogensport oder irgendeiner anderen Sportart, erfolgreich sein möchte, wird ohne Disziplin, Wiederholung und Kultivierung nicht auskommen. Das gilt auch für das eigene tägliche Verhalten.

„Der Zimmermann bearbeitet das Holz.
Der Schütze krümmt den Bogen.
Der Weise formt sich selbst.“

Zen Weisheit

Die Neuroplastizität des Gehirns ermöglicht, alte Prägungen und Gewohnheiten zu Überformen und durch neue Lernimpulse zu ersetzen.

In der praktischen Ausübung des Bogensports geht es um eine Reihe von Bewegungsabläufen, die Schritt für Schritt eingeübt werden. Die Erfahrungen gehen so vom Großhirn, unserem Bewusstsein, in das Kleinhirn, im weitesten Sinne unser Unterbewusstsein über. Eine bestimmte und korrekte Wiederholung der einzelnen Abläufe ist empfehlenswert. Auf diese Art und Weise werden die mehrfachen Lerneffekte durch die zugeordneten Übungssequenzen automatisiert.

Welche Bereiche unseres Systems werden angesprochen?

  • Zugarm
  • Zughand
  • Bogenarm
  • Bogenhand
  • Mittelachse
  • Schulterachse
  • Hüftachse
  • Knieachse
  • Atmung
  • Stand und Haltung (Pose)
  • Anker und Release

Das Training der einzelnen Abschnitte geht im Einzelnen auf den Bewegungsablauf des Bogenschießens ein. Der Prozess beginnt bereits beim Aufwärmtraining und umfasst alle drei Phasen der Praxis.

  • Vorbereitungsphase
  • Hauptphase
  • Endphase

Jeder Schritt wird so oft wiederholt, bis er vom Großhirn, unserem Bewusstsein, in das Kleinhirn und in unser Unterbewusstsein verankert ist.

„Das Geheimnis der VERÄNDERUNG ist, dass man sich mit all seiner Energie nicht darauf konzentriert, das Alte zu bekämpfen, sondern darauf, das Neue zu erbauen.“

-Sokrates-

Wie lange dauert es wirklich um eine Gewohnheit zu ändern?


Dazu fand ich bei meinen Recherchen sehr unterschiedliche Aussagen und Ansätze.

Vor über 17 Jahren habe ich ein Seminarkonzept entwickelt für die Deutsche Post Transport GmbH im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kundenorientiertes Führen“. Das Thema lautete:

„Kompetent Veränderungen managen“

Zielsetzungen waren:

  • Jeder Mitarbeiter in der Führung fühlt sich persönlich gestärkt und gestaltet die derzeitigen Anforderungen im Sinne des Unternehmens.
  • Die Mitarbeiter in der Führung verstehen die Dynamik von Veränderungsprozessen besser und agieren motivierend und proaktiv.
  • Die Führungskräfte kennen Techniken / Werkzeuge, um Reibungsverluste in den jeweiligen Teams und bei den unterschiedlichen Mitarbeitern zu minimieren, und können Veränderungsfähigkeit bewirken.

Doch wie sieht es in der Realität aus, wenn wunderbar theoretisch ausgearbeitete Seminarinhalte mit der Praxis zusammentreffen? Mit Menschen!

Maxwell Maltz war ein Plastischer Chirurg in den 1950er Jahren.

Er führte verschiedenste Operationen durch und stellte ein interessantes Muster fest. Egal ob er jemandem ein Bein entfernte oder eine neue Nase verpasste, es dauerte im Schnitt mindestens 21 Tage bis sich der Patient an die neue Situation gewöhnt hatte.

1960 kombinierte er diese Theorie und andere seiner Ideen im Bereich der Verhaltensforschung und schrieb sein Buch „Psycho-Cybernetics“ Das Buch wurde zum Bestseller und hat sich mehr als 30 Millionen mal verkauft.

Und genau hier gingen die Probleme los.

In den kommenden Jahren haben sich die meisten der erfolgreichen Persönlichkeitstrainer und „Selbsthilfe-Gurus“ an Maltz‘s Theorie bedient und sie verändert. Wie in einem verdammt langen Spiel Stille Post wurde aus der ursprünglichen Idee: „Es braucht mindestens 21 Tage um eine Gewohnheit zu ändern“ die Variante: „Es braucht genau 21 Tage um eine Gewohnheit zu ändern.“

Und so hat sich in der Gesellschaft der Mythos verbreitet, dass es 21 Tage (bzw. 30 Tage oder eine andere „magische“ Nummer) braucht um eine Gewohnheit zu ändern.

Das sich diese Theorie durchgesetzt hat, ohne großartig hinterfragt zu werden, hat laut Meinung von Stefan Schimming nach 3 wesentliche Gründe:

  1. Sie ist einfach zu verstehen.
  2. Sie klingt kurz genug um Menschen zu inspirieren („Wow, in nur 3 Wochen kann ich mein Leben ändern!“)
  3. und sie klingt lang genug um plausibel sein zu können.

Das Problem an der Geschichte ist, dass Maltz sich lediglich auf seine eigene Perspektive beschränkt und seine Theorie nicht gründlich genug nachgeprüft hat um eine allgemeingültige Aussage treffen zu können. Außerdem hat er klar formuliert, dass Gewohnheitsänderungen mindestens 21 Tage benötigen.

Widmen wir uns also einer möglich richtigen Antwort.

Du willst also eine Gewohnheit ändern. Wie lange brauchst du um tatsächlich dafür? Gibt es wissenschaftliche Studien die das belegen? Was bedeutet das für dich und mich? Und wie solltest du am besten vorgehen?

Eine Gewohnheit ändern – Wie lange dauert es wirklich?

In einer Studie die im „European Journal of Social Psychology“ veröffentlicht wurde, untersuchten Philippa Lally und ihr Team vom University College London wie lang es genau braucht um eine Gewohnheit zu ändern.

Sie untersuchten 96 Personen über einen Zeitraum von 12 Wochen. Jeder Teilnehmer wählte eine Gewohnheit und berichtete täglich ob sie sie eingehalten haben oder nicht.

Am Ende der 12 Wochen untersuchten die Forscher, wie lange jede Person gebraucht hat um die entsprechende Tätigkeit zu automatisieren.

Die Antwort?

Im Durchschnitt dauert es mehr als 2 Monate, bis eine Gewohnheit automatisch abläuft. Genauer gesagt ca. 66 Tage. 

Aber auch hier kann man nicht einfach so verallgemeinern. Die Studie ergab, dass die Dauer stark von der Gewohnheit, der Testperson und den Umständen abhing. Einige Testpersonen automatisierten eine Gewohnheit nach 18 Tagen, andere nach 254 Tagen.

Musst du die Gewohnheit täglich einhalten?

Die Studie hat gezeigt, dass es nicht so schlimm ist falls du deine Gewohnheit an vereinzelten Tagen nicht ein hältst.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir aber sagen, dass diese Tage sich nicht häufen und vor allem nicht nacheinander liegen sollten. Einen Tag auszusetzen ist ok, ab 2 oder 3 Tagen wird es aber kritisch, da du Momentum verlierst.

Insgesamt würde Stefan Stimming empfehlen deine Gewohnheit in so viele kleine Einheiten wie möglich zu teilen. Sagen wir du willst dich fit halten und jeden Tag ein Workout einlegen. Dann ist es gewohnheitstechnisch sinnvoller, wenn du mehrmals täglich für eine kürzere Zeit trainierst.

Warum ist das so?

Weil dein Gehirn durch Wiederholungen lernt. Umso öfter du etwas tust, desto schneller gewöhnst du dich daran.

Wie du deine Gewohnheiten erfolgreich veränderst

Ok, Butter bei die Fische: Was kannst du konkret tun?

  1. Lass dich von den wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht entmutigen. Klar ist es schwieriger eine neue Gewohnheit für 2 Monate durchzuhalten, aber behalte dein großes Ziel vor Augen. 66 Tage können ziemlich schnell vorüber ziehen.
  2. Wiederholung, Wiederholung, Wiederholung.Übe deine Gewohnheit so oft aus wie du nur kannst. Am besten nicht nur einmal am Tag sondern mehrmals. Unser Gehirn prägt sich Wiederholungen ein und lernt daraus. (So wurde Arnold Schwarzenegger übrigens auch zum besten Bodybuilder der Welt. Wiederholungen und Sets.)
  3. Bleib dran.Wie gesagt, wenn du ein Mal danebenhaust ist das noch nicht schlimm. Stelle nur sicher, dass du am nächsten Tag wieder weiter machst.
  4. Erzähle anderen Leuten von deinem Ziel. (Freunde, Familie, Bekannte)Dadurch hältst du dich selbst verantwortlich und baust ein wenig positiven Druck auf. Du willst doch nicht, dass andere denken du bist gescheitert, oder? (Quelle Stefan Schimming)

„Damit Veränderungen wirklich von wahrem Wert bleiben, müssen sie langanhaltend und konsequent sein.“ Anthony Robbins

 

Der Esel im Brunnen – eine Geschichte über Motivation und Optimismus

Der Brunnen in den der Esel fiel. Motivationsgeschichte

Eines Tages fiel ein Esel in einen tiefen Brunnen. Das Tier schrie fürchterlich, aber so sehr der Bauer und seine Nachbarn sich auch mühten, es gelang ihnen nicht, das Tier aus dem Schacht herauszuziehen. So beschloss der Bauer schweren Herzens, den Esel sterben zu lassen. Weil der Esel alt war und der Schacht sowieso zugeschüttet werden sollte, schaufelten die Männer Abfälle und Erde in den Brunnen, um ihn gleich dort zu begraben. Der Esel ahnte, was geschehen sollte, und schrie noch lauter.

Nach einiger Zeit wurde es still im Brunnen. Die Männer schaufelten weiter.

Als der Bauer endlich hinab sah, wunderte er sich sehr:

Der Esel hatte etwas Erstaunliches getan.

Jede Schaufel voll Dreck, die auf seinem Fell gelandet war, hatte er abgeschüttelt und festgetrampelt. So kam er langsam immer höher, bis er aus eigener Kraft aus dem Loch steigen und davontrotten konnte.

 

Die Moral von der Geschichte:

Das alltägliche Leben überladet uns immer wieder mit viel Last, Ballast und unnötigen Aufgaben.

Wenn wir in der Lage sind, uns von den schweren Belastungen, Stress und Problemen frei zu machen, werden wir am Ende triumphieren und uns über die Ärgerlichkeiten, Sorgen und Nöte erheben.

Vielleicht begegnen wir Menschen, die uns Steine auf den Weg des Erfolges legen. Es hängt von uns ganz persönlich ab, was wir mit diesen Steinen machen. Eine Mauer bauen oder eine Brücke. Wir können alle Materialien einsetzen, wie der Esel in der Geschichte, eine Treppe bauen und vorangehen.

Auch wenn es manchmal schwer fällt, so kommt es immer darauf an, dass Licht am oberen Rand des Brunnens im Auge zu behalten und stetig weiter zu machen.

Manchmal können wir mit tiefer Meditation, ein paar Yogaübungen oder einer gut riechenden Tasse Tee etwas ausruhen und zur Besinnung kommen, um dann wieder kraftvoll weiter zu machen.

Wie schwierig am Ende jede Lebenssituation ist, oben am Himmel strahlen zu jeder Zeit die Sterne, die wir, wie tief auch immer wir in unsrem eigenen Brunnen sitzen, sehen können. Wenn wir nur wollen!

 

Alles hat seinen Zweck

“Ein Wasserträger in Indien hatte zwei gleich große Töpfe. Sie hingen an beiden Enden einer langen Stange, die er über den Nacken legte. Einer der Töpfe hatte einen Riss, der andere dagegen war völlig intakt. Der heile Topf enthielt am Ende des langen Weges vom Fluss zum Haus des Herrn immer noch die gesamte Ration Wasser. Der Topf mit dem Sprung dagegen kam immer nur halb voll an. Zwei Jahre lang brachte der Wasserträger seinem Herren nur anderthalb Töpfe Wasser.

Der heile Topf war stolz auf seine Leistung, denn er erfüllte genau den Zweck, zu dem er gemacht worden war. Der beschädigte Topf jedoch schämte sich für seine Unvollkommenheit und fühlte sich elend, weil er nur die Hälfte von dem brachte, wofür er gedacht war. Nach dem zweiten Jahr, in dem er sich nun schon als bitterer Versager empfand, sprach der unglückliche Topf eines Tages den Wasserträger am Fluss an: “Ich schäme mich und möchte mich bei dir entschuldigen”. “Warum?”, fragte der Wasserträger. “Wofür schämst du dich denn?”. “Ich habe die vergangenen beiden Jahre immer nur die Hälfte meines Inhalts abliefern können, weil auf dem Weg vom Fluss zum Haus deines Herrn immer die Hälfte des Wassers aus mir heraustropft. Wegen dieses Mangels musst du viel mehr arbeiten und bekommst noch nicht mal den vollen Gegenwert für deine Mühe”, sagte der Topf.

Dem Wasserträger tat der rissige Topf leid, und so entgegnete er: “Wenn wir gleich zum Haus des Herrn zurückgehen, möchte ich, dass du einmal auf die wunderschönen Blumen am Wegrand achtest.” Und tatsächlich, als sie den Hügel hinaufgingen, bemerkte der Topf die wunderschönen Blumen am Wegesrand, die bunt in der Sonne leuchten, und das heiterte ihn wieder ein wenig auf. Aber am Ende des Pfades fühlte er sich immer noch schlecht, weil wieder die Hälfte seines Inhaltes verloren gegangen war, und deshalb entschuldigte er sich abermals bei dem Wasserträger für sein Versagen.

Der Träger sagte zu dem Topf: “Ist dir aufgefallen, dass nur an deiner Seite des Weges Blumen wachsen, auf der anderen Seite, wo der heile Topf hängt, aber nicht? Das liegt daran, dass ich immer um deinen Mangel gewusst und ihn für meine Zwecke genutzt habe. Ich habe nämlich an deiner Seite des Weges Blumen gesät, und du hast sie jeden Tag, wenn wir den Weg zurück vom Fluss zurück zum Haus des Herrn gegangen sind, gegossen. Schon seit zwei Jahren kann ich jetzt wunderschöne Blumen pflücken, um den Tisch meines Herrn damit zu schmücken. Wenn du nicht genau so wärst, wie du bist, wäre sein Haus nicht so schön geschmückt.”

Die Schönheit liegt im Auge des Betrachters

Sehen wir noch das Schöne um uns herum?

„Die Parkbank war verlassen, als ich mich dort unter einer alten Weide zum Lesen hinsetzte. Ich war vom Leben enttäuscht und hatte allen Grund, ein säuerliches Gesicht zu machen – irgendwie hatte sich die ganze Welt gegen mich verschworen. Und als ob es mir nicht schon schlecht genug ginge, kam plötzlich ein Junge auf mich zu, noch ganz außer Atem vom Spielen. Er stellte sich mit gesenktem Kopf vom mich hin und sagte aufgeregt: „Guck mal, was ich gefunden habe!“

In seiner Hand war eine alte, verblühte Blume, ein wirklich erbärmlicher Anblick. Sie hatte offenbar nicht genug Licht oder Regen abbekommen, jedenfalls hingen ihre Blütenblätter alle schlapp herab. Ich lächelte gekünstelt, damit mich der Junge endlich in Ruhe ließ. Aber anstatt zu gehen, setzte er sich neben mir auf die Bank. Er hielt sich die Blume an die Nase und erklärte in gespielter Überraschung: „Die riecht ja ganz gut. Und schön ist sie auch. Deshalb habe ich sie ja auch gepflückt. Hier sie ist für dich.“

Die Pflanze hatte keinerlei Leben mehr in sich, sie war nur noch ein farbloses Gewächs. Aber mir war klar, dass der Junge nicht eher gehen würde, als bis ich sie angenommen hatte. Also griff ich nach ihr und sagte: „Danke, so etwas hat mir gerade noch gefehlt.“ Aber der Junge hielt die Blume nur weiterhin sinnlos in die Luft. Erst in diesem Moment bemerkte ich, dass er meine geöffnete Hand nicht sah – er war blind.

Mit zitternder Stimme bedankte ich mich, dass er die schönste ausgesucht hatte. Und während mir Tränen in die Augen schossen, sagte er: „Keine Ursache“, lächelte und machte sich wieder ans Spielen. Er hatte nicht bemerkt, was er bei mir bewirkt hatte. Ich saß da und fragte mich, wie er es geschafft hatte, eine in Selbstmitleid versunkene Frau auf einer Parkbank zu sehen. Wie wusste er von meiner selbst verursachten Trübsal? Vielleicht hatte er es im Herzen gespürt, mit dem er mehr sehen konnte als mit den Augen.

Durch die Augen eines blinden Kindes konnte ich schließlich sehen, dass nicht die Welt das Problem war, sondern ich. Und so schwor ich mir, für all die vielen Male, da ich selbst blind gewesen war, nun das Schönste im Leben zu sehen und mich über jede Sekunde meines Lebens zu freuen. Dann hielt ich mir die verwelkte Blume an die Nase und atmete den Duft einer wunderschönen Rose ein. Ich musste lächeln, als ich den Jungen sah, der mit einer neuen Blume in der Hand auf einen alten Mann zuging, der noch nichts von seinem Glück ahnte. “

(Autorin: Cheryl L. Costello-Forshey)

Die Entwicklungschance des entschlüpfenden Schmetterling

„Ein Wissenschaftler beobachtete einen Schmetterling und sah, wie sehr sich dieser abmühte, durch das enge Loch aus dem Kokon zu schlüpfen. Stundenlang kämpfte der Schmetterling, um sich daraus zu befreien.

Da bekam der Wissenschaftler Mitleid mit dem Schmetterling, ging in die Küche, holte ein kleines Messer und weitete vorsichtig das Loch im Kokon damit sich der Schmetterling leichter befreien konnte.

Der Schmetterling entschlüpfte sehr schnell und sehr leicht. Doch was der Mann dann sah, erschreckte ihn doch sehr.

Der Schmetterling der da entschlüpfte, war ein Krüppel.

Die Flügel waren ganz kurz und er konnte nur flattern aber nicht richtig fliegen. Da ging der Wissenschaftler zu einem Freund, einem Biologen, und fragte diesen:

“Warum sind die Flügel so kurz und warum kann dieser Schmetterling nicht richtig fliegen?”

Der Biologe fragte ihn, was er denn gemacht hätte.

Da erzählte der Wissenschaftler, dass er dem Schmetterling geholfen hatte, leichter aus dem Kokon zu schlüpfen.

“Das war das Schlimmste, was du tun konntest. Denn durch die enge Öffnung, ist der Schmetterling gezwungen, sich hindurch zu quetschen. Erst dadurch werden seine Flügel aus dem Körper herausgequetscht und wenn er dann ganz ausgeschlüpft ist, kann er fliegen. Weil du ihm geholfen hast und den Schmerz ersparen wolltest, hast du ihm zwar kurzfristig geholfen, aber langfristig zum Krüppel gemacht.”

Wir brauchen manchmal den Schmerz, um uns entfalten zu können, um der oder die zu sein, die wir sein können. Deshalb ist die Not oft notwendig – die Entwicklungschance, die wir nutzen können.“

Kathedrale

„Drei Steinmetze arbeiten auf einer Baustelle. Ein Schüler auf der Suche nach seinem Meister fragt sie danach, was sie tun. Der erste Steinmetz räumt mürrisch Steine zusammen und sagt: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt“. Der zweite Steinmetz klopft mit wichtiger Miene auf seinen Stein, während er antwortet: „Ich liefere die beste Steinmetzarbeit weit und breit.“ Der dritte Steinmetz aber schaut den Fragenden ruhig und mit glänzenden Augen an und sagt: „Ich helfe dabei, eine Kathedrale zu bauen“.“

Zwei Samenkörner


Es steckten einmal zwei Samenkörner nebeneinander im Boden.

Das erste Samenkorn sprach: „Ich will wachsen! Ich will meine Wurzeln ganz tief in die Erde senden und ich will als kleines, starkes Pflänzchen die Erdkruste durchbrechen, um dann kräftig zu wachsen. Ich will meine Blätter in ihrer ganzen Pracht entfalten und mit ihnen die Ankunft des Frühlings feiern. Ich will die Sonne spüren, mich von Wind hin- und herwehen lassen und den frischen Morgentau auf mir spüren. Ich will wachsen! – Ich will wachsen!“

Und so erreichte das Samenkorn nach einiger Zeit sein Ziel und wurde eine kräftige, prächtige Pflanze.

Das zweite Samenkorn aber sprach: „Ich fürchte mich. Wenn ich meine Wurzeln in den Boden sende, weiß ich nicht, was mich dort in der Tiefe erwartet. Ich befürchte, dass es mir wehtut oder dass mein Stamm Schaden nehmen könnte, wenn ich versuche, die Erdkruste zu durchbrechen. Ich weiß auch nicht, was dann dort oben über der Erde auf mich lauert. Es kann ja so viel geschehen, während ich wachse. Nein, nein – ich bleibe lieber hier in Sicherheit und warte, bis es noch sicherer ist.“

Und so verblieb das zweite Samenkorn in der Erde und wartete.

Eines Morgens kam eine Henne des Weges. Sie scharrte mit ihren scharfen Krallen nach etwas Essbaren im Boden. Nach einer Weile fand sie den wartenden Samen im Boden und fraß ihn auf.

(nach Jack Canfield)

Seite 1 von 212
© Joachim Nusch Joachim Nusch - Theme by Pexeto