Was ist die Grundlage für eine wertvolle Rede?

Wenn starke Gefühle, die auf einer bejahenden Haltung beruhen, fruchtbare Gedanken finden und Gedanken in außergewöhnlichen Wörtern Ausdruck finden, dann entsteht eine wertvolle Rede.
 Autor © Joachim Nusch

Oft ist es besser zu schweigen

„Oft ist es besser zu schweigen, als nur die Anzahl schlechter Reden zu steigern. In manchen Fällen aber macht es Sinn aufzustehen und zu sprechen.“

Joachim Nusch

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Der Blinde und der Lahme

Ein Blinder irrt orientierungslos durch den Wald. Plötzlich stolpert er über etwas am Boden und fällt der Länge nach hin. Als der Blinde auf dem Waldboden herumtastet, entdeckt er, dass er über einen Mann gefallen ist, der am Boden kauerte. Dieser Mann ist ein Lahmer, der nicht laufen kann.

Die beiden beginnen ein Gespräch miteinander und klagen sich gegenseitig ihr Schicksal.

“Ich irre schon seit ich denken kann in diesem Wald herum und finde nicht wieder heraus, weil ich nicht sehen kann.” ruft der Blinde aus.

Der Lahme sagt: “Ich liege schon, seit ich denken kann, am Boden und komme nicht aus dem Wald heraus, weil ich nicht aufstehen kann.”

Und während sie sich so unterhalten, ruft der Lahme plötzlich aus: “Ich hab’s! Du nimmst mich auf den Rücken, und ich werde dir sagen, in welche Richtung du gehen musst. Zusammen können wir aus dem Wald herausfinden.”

Laut Aussage des alten Geschichtenerzählers symbolisiert der Blinde die Rationalität, der Lahme die Intuition. Auch wir werden aus dem Wald nur herausfinden, wenn wir lernen beide zusammenzubringen.

aus: Peter M. Senge: Die fünfte Disziplin

Du bist ein Wunder

Du bist ein Wunder.
Jede Sekunde unseres Lebens ist ein neuer und
einzigartiger Augenblick im Universum –
ein Augenblick, der sich nie wiederholen wird.
Und was bringen wir unseren Kindern bei?
Wir bringen ihnen bei, dass zwei und zwei vier ist
und Paris die Hauptstadt von Frankreich.
Wann werden wir ihnen beibringen, was sie sind?
Wir sollten jeden Kind sagen: Weißt du, was du bist?
Du bist ein Wunder.
Du bist einzigartig.
In all den Jahren, die vergangen sind,
hat es niemals ein Kind wie dich gegeben.
Deine Beine, deine Arme, deine geschickten Finger,
die Art wie du dich bewegst.
Aus dir kann ein Shakespeare, ein Michelangelo, ein Beethoven werden.
Du kannst alles erreichen.
Ja, du bist ein Wunder.
Und wenn du groß bist, kannst du dann zu anderen böse sein,
die ebenso wie du ein Wunder sind?
Du musst daran arbeiten- wir alle müssen daran arbeiten-,
die Welt für ihre Kinder lebenswert zu machen.

Pablo Casals

Die Schnecke

Es war einmal eine Schnecke, die ganz gemütlich durch die Natur kroch, bis sie bei einem Kirschbaum ankam. Diesen wollte sie hinaufklettern.

Während die Schnecke begann, Millimeter für Millimeter an diesem Baum hoch zu kriechen, hörte sie von oben eine Stimme, die rief: „Hey, du lahme Schnecke. Nimmst du dir da nicht ein bisschen viel vor. Wer hoch hinaus möchte, der fällt meist tief. Lass es sein, du bist nur eine Schnecke, das schaffst du nie!“

Die Schnecke erkannte hoch oben im Baum einen Mistkäfer sitzen, der mit aller Kraft versuchte, die Schnecke von ihrem Vorhaben abzubringen. Die Schnecke aber war fest entschlossen, ihr Ziel zu erreichen und antwortete: „Du kannst sagen was du willst, ich schaffe das. Ich erreiche mein Ziel – ganz gleich wie schwer es auch wird!“
„Niemals, gib auf. Du bist zu schwach, das kannst du nie. Warum machst du dir das Leben so schwer, finde dich damit ab, dass du für solche Aktionen einfach nicht geschaffen bist!“ – rief der Mistkäfer.
„Merkst Du eigentlich nicht, dass du nur Blödsinn redest? Wie du siehst, beeindruckt mich dein Geschwätz in keinster Weise. Also lass mich in Ruhe. Du kannst mich nicht davon abhalten, durchzuhalten!“ – so die Schnecke.

Der Mistkäfer überlegte, wie er die Schnecke aufhalten könnte. Er grübelte, und versuchte krampfhaft, einen Weg zu finden, die Schnecke zur Aufgabe zu bewegen. Nach einiger Zeit wandte er sich wieder der Schnecke zu und sagte: „Hey, was bringt dir denn all die Anstrengung, hast du nicht geschnallt, dass noch nicht einmal Kirschen am Baum sind?“
Der Mistkäfer war ganz stolz auf seine tolle Argumentation, bis er die Schnecke hörte: „Du hast Recht, im Moment sind keine Kirschen am Baum, doch bis ich oben angekommen bin, sind wieder welche da!

Gleichnis vom Elefanten

Ein indischer Fürst liess alle Blindgeborenen seines Landes zusammenführen und liess ihnen zeigen, wie ein Elefant aussieht.

Alle standen nun um den Elefanten herum und betasteten ihn, ein jeder, wo er gerade stand. Dann begab sich der König zu den Blinden und fragte sie: „Wie ist denn ein Elefant?“Und da sagten nun die einen:
Der Elefant ist wie ein Tragkessel – so sprachen die, die den Kopf betastet hatten.
Der Elefant ist wie eine Schaufel – so sagten die, die das Ohr des Elefanten betastet hatten.
Der Elefant ist wie eine Pflugschar – so sagten die, die seinen Zahn betastet hatten,
wie eine Stange am Pfluge ist der Elefant – so sagten die, die seinen Rüssel betastet hatten.
Wie ein Pfeiler ist der Elefant – sie hatten sein Bein berührt,
wie eine Keule ist der Elefant – sie hatten seinen Schwanz in die Hand genommen,
wie ein Besen ist der Elefant – so sprachen die, welche das Schwanzende befühlt hatten.

Und sie gerieten miteinander in Streit, und jeder meinte recht zu haben, denn er traute der eigenen Erfahrung.

Der Weise und der Vogel

Es waren einmal zwei Brüder – Ying und Yang. Auf einem hohen Berg in der Nähe ihres Dorfes lebte ein alter Greis, von dem die Leute sagten, dass er alles wisse. Die beiden Jungen hatten sich nun in den Kopf gesetzt, ihm eine Frage zu stellen, die er nicht beantworten konnte.

Stundenlang saßen sie auf einer Wiese und überlegten und überlegten, welche Frage sie dem Alten stellen könnten. Ying kletterte auf einen Baum, um besser überlegen zu können. Auf einem Ast neben ihm saß ein kleiner Vogel, der leise zwitscherte. Ganz plötzlich schnappte Ying sich den Vogel und hielt ihn in seiner Hand fest. Als er zu seinem Bruder Yang hinunterkam rief er: „Ich hab’s! Ich weiß, was wir den Alten fragen werden.“ Er zeigte seinem Bruder den Vogel in seiner Hand und sagte: „Wir fragen ihn, was ich in der Hand halte!“ „Er wird antworten, dass du einen Vogel in der Hand hältst.“ erwiderte Yang wenig begeistert. Ying sagte: „Ich weiß. Aber dann werde ich ihn fragen, ob der Vogel tot oder lebendig ist! Und wenn er sagt, dass der Vogel lebt, dann drücke ich meine Hände zusammen. Wenn er aber sagt, dass der Vogel tot ist, dann lasse ich ihn fliegen!“

Diese Idee fand auch Yang gut und so rannten sie aufgeregt den Berg hinauf zu dem alten Mann. Schon von weitem riefen sie: „Alter Mann, wir haben eine Frage für dich!“ Der Greis saß meditierend vor seiner Hütte. Die beiden Jungen standen atemlos vor ihm. Nach einer Weile öffnete er langsam die Augen und blickte die beiden zappeligen Jungen an. „Alter Mann, wir haben eine Frage an dich!“ sagte Yang. „So fragt.“ antwortete der Greis.“Alter Mann, was halte ich hier in der Hand?“ fragte Ying und die Brüder starrten den Alten gespannt an. Er schloss die Augen, dachte einen Augenblick nach und öffnete sie wieder. Er sagte:“ Du hast einen Vogel in deiner Hand.“ Ying guckte siegesgewiss zum Greis und fragt: „Nun denn. Weiser Mann, ist der Vogel tot oder ist er lebendig?“ Daraufhin schloss der Greis seine Augen wieder. Ying und Yang wurden ganz ungeduldig und als er endlich seine Augen wieder öffnete, sprach er: „Mein Sohn. Ob der Vogel tot oder lebendig ist, das liegt ganz in deiner Hand.“

Die Saat

So erzählt die folgende Geschichte von einem Säman, der auf sein Feld ging, um dort Getreide zu säen.

In seiner Hand hatte er eine Schale mit Samenkörnern. Er streute sie auf das Feld. „Bald wird dort Getreide wachsen“, freute er sich. Als er alle Samenkörner auf das Feld gestreut hatte, schaute er sich seine Arbeit an. Er sah das Feld. Auf dem Feld war ein kleiner Weg, auch dort waren Körner hingefallen. An manchen Stellen des Feldes war viel Erde, an anderen waren Felsen mit nur wenig Erde darüber. Und er sah auch, dass an einigen Stellen des Feldes Unkraut und Dornen wuchsen. Überall lagen Samenkörner verteilt. Jetzt musste er warten.

Der Samen ist wie der Glaube, den wir in unser Handeln und in unsere Träume geben. Der Säman hat ja nicht die Samen gesät, damit sie einfach auf dem Feld liegen, sondern damit sie wachsen. Und so ist es auch mit unserem Glauben und unserem Tun zur Verwirklichung unserer Träume und Visionen. Zunächst will der Traum nach Glück, Freude und Erfolg in uns wachsen. Das geht nicht von einem Moment auf den anderen. Das braucht Zeit und wir müssen immer wieder auf unsere innere Stimme , auf unser Vertrauen und Intuition hören, damit wir die Schritte zur Verwirklichung konstant gehen können. Auch der Samen auf dem Feld brauchte Zeit zum Wachsen.

Am nächsten Tag war noch nichts passiert, auch am übernächsten Tag noch nicht. Die Samen brauchten Sonne, und sie brauchten auch Regen. Und irgendwann konnte man kleine grüne Pflanzen sehen, die aus dem Boden kamen. Der Sämann schaute über sein Feld. Er sah auch den Weg. Dort waren keine Pflänzchen zu sehen. Der Samen, der auf den Weg gefallen war, fing nicht an zu wachsen. Vögel waren gekommen und hatten alle Samenkörner vom Weg aufgefressen.

„So ist es auch bei manchen Menschen“. „Sie lassen sich begeistern, motivieren und beginnen ihren Weg zu gehen. Aber dann kommen Zweifel, Kritik, die Angst, die einem von vielerlei Seiten vermittelt wird. Man wird Opfer und stürzt ab in die Reaktivität, der Traum erlischt, der innere Ruf wird zum Echo und bald kaum noch hörbar. Sie vergessen es einfach und denken nicht mehr daran. Und so glauben sie auch nicht daran.“ Vertrauen und Glauben sind sehr wichtig. Sonst ist es wie bei den Samen auf dem Weg. Sie wachsen nicht.

Aber die anderen Samen wuchsen. Doch schon bald merkte der Sämann, dass die Samen auf dem felsigen Boden immer welker wurden. Sie waren gewachsen, aber dort war nur eine ganz dünne Schicht Erde über dem Felsen. So hatten sie nicht genug Feuchtigkeit. Als die Sonne warm schien, vertrockneten die kleinen Pflanzen schnell. Sie brachten auch keine Frucht.

So ist es bei manchen mit unserem Vertrauen und unserer inneren Führung. Sie hören es, denken darüber nach und glauben es auch. Aber dann sagt jemand etwas kritisches, oder sie werden ausgelacht. Und schon hören sie auf zu glauben und wollen nichts mehr mit Weg zur Freiheit, zu Glück und Erfolg, zur Eigenverantwortung zu tun haben. Dann wird kein Same eine Frucht bringen.

Aber auf dem Feld gab es ja noch mehr Samenkörner. Die Sonne schien, es regnete, ein Tag nach dem anderen verging. Die kleinen Pflanzen wurden immer größer. Aber auch das Unkraut und die Dornen wuchsen an manchen Stellen immer höher. Die Dornen waren größer als die kleinen Getreidepflanzen. Und so nahmen sie den Pflanzen das ganze Licht weg. Die Getreidepflanzen hatten nicht mehr genug Platz zum Wachsen und sie erstickten. Sie gingen kaputt und brachten keine Frucht.

Vielen Menschen ergeht es genau so. Es kommen andere Dinge und Einflüsse, Zeitdiebe und Nebensächlichkeiten, die plötzlich wichtiger sind. Man denkt nur an Geld, an das Auto, an die Reisetraumziele in der Ferne, an die Sicherheit zu Hause oder an ein schönes Kleid. Und das alles ist dann plötzlich viel wichtiger als die Verwirklichung der eigenen Lebensträume oder des persönlichen Lebensplans. Oder man macht sich Sorgen um andere Dinge, dass man gut aussieht oder dass die anderen einen auch mögen.

Wegen der Dornen konnten einige Samenkörner nicht wachsen. Aber der Sämann hatte ja auch viele Körner auf das Feld gestreut, das guten Boden hatte. Dort wuchsen die Pflanzen immer mehr. Und bald waren Ähren zu sehen. Schließlich war das Getreide reif, so dass es geerntet werden konnte. Der Sämann freute sich. Denn dafür hatte er ja den Samen gesät, damit er wächst und Frucht bringt. Er schaute sich die einzelnen Ähren an. In manchen waren 30 kleine Samenkörner zu sehen. In manchen sogar 60 oder 100. Das hatte sich gelohnt. Aus einem kleinen Samenkorn, das er gesät hatte, waren so viele Körner geworden.

Vertrauen in sich selbst, seine Fähigkeiten und Talente, der Glaube an den eigenen Traum, eine Vision, ein Leben im Hier und Jetzt, soll bei uns auch wachsen und Früchte bringen. Aber das geht nur, wenn unser Herz ein guter Boden ist, wir eine Beziehung zu unserem Selbst haben und uns selbst verwirklichen.

Vortrag und Seminar: Berufung – Lebensplan – Lebenssinn

Das Geheimnis der Zufriedenheit

 

 

 

 

 

 

 

 
Es kamen einmal ein paar Suchende zu einem alten Zenmeister. „Herr“, fragten sie „was tust du, um glücklich und zufrieden zu sein? Wir wären auch gerne so glücklich wie du.“

Der Alte antwortete mit mildem Lächeln: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“ Die Fragenden schauten etwas betreten in die Runde.

Einer platzte heraus: „Bitte, treibe keinen Spott mit uns. Was du sagst, tun wir auch. Wir schlafen, essen und gehen. Aber wir sind nicht glücklich. Was ist also dein Geheimnis?“

Es kam die gleiche Antwort: „Wenn ich liege, dann liege ich. Wenn ich aufstehe, dann stehe ich auf. Wenn ich gehe, dann gehe ich und wenn ich esse, dann esse ich.“ Die Unruhe und den Unmut der Suchenden spürend, fügte der Meister nach einer Weile hinzu: „Sicher liegt auch ihr und ihr geht auch und ihr esst. Aber während ihr liegt, denkt ihr schon ans Aufstehen. Während ihr aufsteht, überlegt ihr wohin ihr geht und während ihr geht, fragt ihr euch, was ihr essen werdet. So sind eure Gedanken ständig woanders und nicht da, wo ihr gerade seid. In dem Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft findet das eigentliche Leben statt. Lasst euch auf diesen nicht messbaren Augenblick ganz ein und ihr habt die Chance, wirklich glücklich und zufrieden zu sein.“

Der Suchende

 
Es war einmal ein Suchender. Er suchte nach einer Lösung für sein Problem, konnte sie aber nicht finden. Er suchte immer mehr, immer verbissener, immer schneller und fand sie doch nirgends.

Die Lösung ihrerseits war inzwischen schon ganz außer Atem. Es gelang ihr einfach nicht, den Suchenden einzuholen, bei dem Tempo, mit dem er hin und her raste, ohne auch nur einmal zu verschnaufen oder sich umzusehen. Eines Tages brach der Suchende mutlos zusammen, setzte sich auf einen Stein, legte den Kopf in die Hände und hielt inne.

Die Lösung, die schon gar nicht mehr daran geglaubt hatte, den Suchenden irgendwann einzuholen, stolperte mit voller Wucht über ihn! Und er fing auf, was da so plötzlich über ihn herein brach und entdeckte erstaunt, dass er seine Lösung in Händen hielt.

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