GROW Leadership 18. – 22.09.2018 – Bonn Wachtberg

GROW Leadership 1 EMPOWERMENT UND AGILITÄT

The Best take deeper Rest

 

Was denkt sich der Deutsche Fußballbund eigentlich?

Slogans zeigen mir, welche irrigen mentalen Ausrichtungen noch immer in der Allgemeinheit vorherrschen. Möglicherweise will man damit die allgemeine pro-aktive und handlungsorientierte Haltung demonstrieren. Aber genau in diesem Denkansatz falscher Motivation steckt ein fataler Fehler.

„Tue weniger und erreiche mehr“.

Auf eine gesunde Balance zwischen Ruhe und Aktivität kommt es an. Stille und dynamische Aktivität, wie wir es z.B. beim Bogenschiessen oder im Yoga lernen können.

Anspannung und Release, Loslassen. Traktion und Kontraktion. Wie die Stressforschung darlegt, benötigen wir mehr Auszeiten durch tiefe Meditation, Entspannung, Regenerationsphasen und Entschleunigung, um Stress, Burnout und psycho-emotionalen Störungen vorzubeugen.

Welches Signal aber gibt der Der Deutsche Fußballbund:

Der DFB schickte die Mannschaft mit dem Slogan:

„BEST NEVER REST“

nach Russland.

„Best Never Rest“ ist doppelt dumm.

Dummheit ist, wenn man nach allem, was Per Mertesacker über Burnout und Leistungsdruck gesagt hat, immer noch glaubt, „Best Never Rest“ sei ein geeigneter Slogan, um ihn der deutschen Fußball-Nationalmannschaft mit auf den Weg zur WM zu geben. Das Ergebnis kenn wir. „Ausgeschieden.“

„Dass sich die Besten niemals ausruhen sollen, entspricht kaum den Erkenntnissen der modernen Trainingssteuerung“ (Süddeutsche Zeitung).

Mein Tipp und Slogan als Mentaltrainer:

„THE BEST TAKE DEEPER REST“.

Auch Sieger, ehemalige, müssen lernen.

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Kenntnis, Wissen, Weisheit

Ein Student kommt zu seinem Lehrer und verkündet ihm voller Stolz:

„Meister, in diesem Jahr bin ich den ganzen Talmud durchgegangen!“

Worauf der Lehrer antwortet: „Und hast Du Dich auch vom Talmud durchdringen lassen?“

Was wird in diesem Gespräch verdeutlicht? Der Unterschied zwischen zwei Bedeutungen, zwischen der Kenntnis und der Kultur. Der Student berichtet seinem Lehrer voller Stolz von seinen intellektuellen Leistungen, er ist bereit, sich einer strengen Befragung zu unterziehen, auf die er mit Leichtigkeit antworten und damit beweisen wird, dass er Grund hat, stolz zu sein. Der Lehrer hegt gewisse Zweifel. Ihm scheint das Wesentliche nicht die Anhäufung von Kenntnissen zu sein, sondern die Wandlung des Menschen im Kontakt mit diesen Kenntnissen. Hat der Student auswendig gelernt, oder hat er sich mit dem Wissen anderer auseinandergesetzt? Hat er sich damit begnügt, die Perlen des Wissens aufzureihen, oder versuchte er zu verstehen, was dieses Wissen bedeutet und wie weit es ihn selbst angeht?

Über das Wissen hinaus, das ein lebloser, rationaler Gegenstand ist, macht die Kultur aus uns einen Menschen, der in Beziehung zu den anderen lebt.

Durch die Kultur, die ein Wissensaustausch und eine gegenseitige Öffnung zwischen uns und dem anderen ist, entsteht ein Dialog der Menschlichkeit.

Die Kultur ist damit der Anfang der Weisheit, die ihrerseits im ständigen

Hören auf den anderen und in der Öffnung zur Welt hin besteht, wie das rabbinische Sprichwort besagt: „Wer ist weise? Derjenige, der von jedem Menschen lernt.“

Kultur heißt auf hebräisch „tarbout“, was von der gleichen Wurzel abgeleitet ist wie „harbe“, „viel“. Kultur wäre damit dieses „viel mehr“, diese Ergänzung, die der Seele des Menschen ihre echte menschliche Größe gibt.

Sonne und Wind

Sich für den Frieden, für Gerechtigkeit, für Toleranz, für Mitmenschlichkeit, für Wachstum, für Empowerment einsetzen heißt, sich selbst in eine Situation hineinzubegeben (ein + setzen), um den Frieden usw. zu fördern.
 
Aber: für den Frieden etc. zu kämpfen, bedeutet Kampf… gegen…!
 
Sonne und Wind ist eine Äsop zugeschriebene Fabel.
 
Kennt Ihr die Story von Sonne und Wind, die sich stritten, wer dem Wanderer wohl den Mantel schneller ausziehen könnte?
 
Der kalte Wind blies und blies, und der Mann zog den Mantelkragen so hoch wie möglich und kämpfte gegen die Kälte. Aber als die Sonne an die Reihe kam und ihre warmen Strahlen sandte, da öffnete sich der Mann, und bald legte er den Mantel ab. Das ist für mich der Schlüssel-Gedanke: Frieden öffnet!
 
Herders Gedicht Wind und Sonne
 
„Wind und Sonne machten Wette,
Wer die meisten Kräfte hätte,
Einen armen Wandersmann
Seiner Kleider zu berauben.
 
Wind begann;
Doch sein Schnauben
Tat ihm nichts; der Wandersmann
Zog den Mantel dichter an.
 
Wind verzweifelt nun und ruht;
Und ein lieber Sonnenschein
Füllt mit holder, sanfter Gluth
Wanderers Gebein.
 
Hüllt er nun sich tiefer ein?
Nein!
Ab wirft er nun sein Gewand,
Und die Sonne überwand.
 
Übermacht, Vernunftgewalt
Macht und läßt uns kalt;
Warme Christusliebe –
Wer, der kalt ihr bliebe?“
 
(Gedichte, Fünftes Buch, Geschichte und Fabel, 4. Fabel.)
 
Frieden öffnet den Geist und das Herz Kampf verschließt Herz und Hirn. Frieden setzt gewaltfreie Kommunikation voraus – und das gilt sowohl für die private Ebene wie auch für das friedliche Miteinander zwischen Völkern.
 
Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation beschreibt Marshall B. ROSENBERG in seinem gleichnamigen Buch. Gleiches lehrte Mahatma Gandhi durch seinen Weg AHIMSA.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa

Zweifel ist wie ein Holzwurm

„Zweifel zerfrisst wie ein Holzwurm auch den stärksten Balken.“
© Joachim Nusch
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