Kenntnis, Wissen, Weisheit

Ein Student kommt zu seinem Lehrer und verkündet ihm voller Stolz:

„Meister, in diesem Jahr bin ich den ganzen Talmud durchgegangen!“

Worauf der Lehrer antwortet: „Und hast Du Dich auch vom Talmud durchdringen lassen?“

Was wird in diesem Gespräch verdeutlicht? Der Unterschied zwischen zwei Bedeutungen, zwischen der Kenntnis und der Kultur. Der Student berichtet seinem Lehrer voller Stolz von seinen intellektuellen Leistungen, er ist bereit, sich einer strengen Befragung zu unterziehen, auf die er mit Leichtigkeit antworten und damit beweisen wird, dass er Grund hat, stolz zu sein. Der Lehrer hegt gewisse Zweifel. Ihm scheint das Wesentliche nicht die Anhäufung von Kenntnissen zu sein, sondern die Wandlung des Menschen im Kontakt mit diesen Kenntnissen. Hat der Student auswendig gelernt, oder hat er sich mit dem Wissen anderer auseinandergesetzt? Hat er sich damit begnügt, die Perlen des Wissens aufzureihen, oder versuchte er zu verstehen, was dieses Wissen bedeutet und wie weit es ihn selbst angeht?

Über das Wissen hinaus, das ein lebloser, rationaler Gegenstand ist, macht die Kultur aus uns einen Menschen, der in Beziehung zu den anderen lebt.

Durch die Kultur, die ein Wissensaustausch und eine gegenseitige Öffnung zwischen uns und dem anderen ist, entsteht ein Dialog der Menschlichkeit.

Die Kultur ist damit der Anfang der Weisheit, die ihrerseits im ständigen

Hören auf den anderen und in der Öffnung zur Welt hin besteht, wie das rabbinische Sprichwort besagt: „Wer ist weise? Derjenige, der von jedem Menschen lernt.“

Kultur heißt auf hebräisch „tarbout“, was von der gleichen Wurzel abgeleitet ist wie „harbe“, „viel“. Kultur wäre damit dieses „viel mehr“, diese Ergänzung, die der Seele des Menschen ihre echte menschliche Größe gibt.

Sonne und Wind

Sich für den Frieden, für Gerechtigkeit, für Toleranz, für Mitmenschlichkeit, für Wachstum, für Empowerment einsetzen heißt, sich selbst in eine Situation hineinzubegeben (ein + setzen), um den Frieden usw. zu fördern.
 
Aber: für den Frieden etc. zu kämpfen, bedeutet Kampf… gegen…!
 
Sonne und Wind ist eine Äsop zugeschriebene Fabel.
 
Kennt Ihr die Story von Sonne und Wind, die sich stritten, wer dem Wanderer wohl den Mantel schneller ausziehen könnte?
 
Der kalte Wind blies und blies, und der Mann zog den Mantelkragen so hoch wie möglich und kämpfte gegen die Kälte. Aber als die Sonne an die Reihe kam und ihre warmen Strahlen sandte, da öffnete sich der Mann, und bald legte er den Mantel ab. Das ist für mich der Schlüssel-Gedanke: Frieden öffnet!
 
Herders Gedicht Wind und Sonne
 
„Wind und Sonne machten Wette,
Wer die meisten Kräfte hätte,
Einen armen Wandersmann
Seiner Kleider zu berauben.
 
Wind begann;
Doch sein Schnauben
Tat ihm nichts; der Wandersmann
Zog den Mantel dichter an.
 
Wind verzweifelt nun und ruht;
Und ein lieber Sonnenschein
Füllt mit holder, sanfter Gluth
Wanderers Gebein.
 
Hüllt er nun sich tiefer ein?
Nein!
Ab wirft er nun sein Gewand,
Und die Sonne überwand.
 
Übermacht, Vernunftgewalt
Macht und läßt uns kalt;
Warme Christusliebe –
Wer, der kalt ihr bliebe?“
 
(Gedichte, Fünftes Buch, Geschichte und Fabel, 4. Fabel.)
 
Frieden öffnet den Geist und das Herz Kampf verschließt Herz und Hirn. Frieden setzt gewaltfreie Kommunikation voraus – und das gilt sowohl für die private Ebene wie auch für das friedliche Miteinander zwischen Völkern.
 
Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation beschreibt Marshall B. ROSENBERG in seinem gleichnamigen Buch. Gleiches lehrte Mahatma Gandhi durch seinen Weg AHIMSA.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa

Zweifel ist wie ein Holzwurm

„Zweifel zerfrisst wie ein Holzwurm auch den stärksten Balken.“
© Joachim Nusch

Mentaltraining oder Doping

Vermehrt setzen heute Leistungssportler auf Mentaltraining. Sie wollen Blockaden lösen, Selbstzweifel abbauen und ihre Leistungen steigern. Dennoch greifen viele Sportler weiterhin zu Dopingmitteln.

Dopingverdacht.

Immer mehr Substanzen stehen auf Verbotsliste. Unter Doping versteht man die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Steigerung bzw. zum Erhalt der – meist sportlichen – Leistung.

In der Konsequenz werden Sportler von der Teilnahme an Sportwettbewerben gesperrt.

Eine einheitliche Logik der Verbote gibt es nicht. Manipulation, Verschwörung, mafiöse Strukturen im Spitzensport und die Pharmaindustrie verdient fleißig mit. Nicht nur einzelne Sportler, sondern auch ganze Gruppen werden von Veranstaltungen ausgeschlossen.

Betroffen sind häufig russische Athleten. Ein Skandal jagt den nächsten.

Seit April 2017 wurden bei den ursprünglich 156 nominierten Teilnehmern des deutschen Teams, der olympischen Winterspiele in Pyeongchang, 657 Kontrollen (1049 Proben) vorgenommen. Es gab nicht einen einzigen positiven Fall.

Warum aber Doping, wenn es auch anders geht und viel nachhaltiger Höchstleistungen erreicht werden können?

Mentaltraining beweist schon seit Jahren, dass es nachhaltig und effizient ist. Zudem gibt es jede Menge positive Nebenwirkungen, wenn man es richtig angeht. Mentaltraining bedeutet „Geistiges Training“. Und damit ist Mentaltraining für jeden geeignet, der fit bleiben und seine volle Leistung entfalten möchte. Vermehrt setzen heute Leistungssportler auf Mentaltraining. Sie wollen Blockaden lösen, Selbstzweifel abbauen.

Zu den häufig angewendeten Methoden gehören zum Beispiel:

·        Zielvisualisierung

·        Meditation und Entspannungsübungen

·        Stressmanagement

·        Kognitionstraining, emotional, motivational

·        Kinesiologische Übungen

·        Achtsamkeitsübungen

·        Autosuggestionsübungen

·        Power Posing

·        Positive Psychologie

·        Stärkenorientierte Ansätze

·        PERMA Model

·        Charismasteigerung

·        Engagement-, und Flowübungen

·        ACT, Akzeptanz, Commitmenttherapie

Ein gutes Mentaltraining ist ein ungeheurer und nebenwirkungsfreier Wettbewerbsvorteil. Doping ist dagegen ein Waisenkind. Da frage ich mich, warum das Thema viele Sportler und Trainer immer noch nicht für sich entdeckt haben. Wer eine Orientierung sucht, dem gebe ich sie bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch und zeige die Möglichkeiten von Mentaltraining in seinem Bereich.

Kontakt

 

Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag,
an dem du die hundertprozentige Verantwortung für Dein Tun übernimmst.
Dante Alighieri

Die Geschichte vom Hammer

Wie unsere Einstellung unser Handeln beeinflusst

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn sich auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel:

Was. wenn der Nachbar mir den Hammer nicht borgen will?

Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war seine Eile nur vorgespielt und er hat etwas gegen mich. Aber was?

Ich habe ihm doch gar nichts getan, der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, wie würde ich mich verhalten? Ganz selbstverständlich  ICH gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich auch noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht es mir wirklich.

Gleich darauf stürmt er hinüber zum Nachbarhaus und klingelt an der Haustüre des Nachbarn. Der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn erzürnt unser Mann an:

„Behalten Sie nur Ihren Hammer Sie Unhold. Ich brauche ihn nicht mehr und von Ihnen schon gar nicht, Sie unsozialer Flegel.“

Wieder in seiner Wohnung sitzt er da mit seinem Bild in der Hand – enttäuscht und verzweifelt über seine Mitmenschen. Und er beschließt ganz fest:

„Nie wieder spreche ich einen an!“ Und wenn er so weiter macht, ist das wie eine Selbsthypnose. Ohne es zu merken, verstrickt er sich immer tiefer in seine Problemsicht.

Das bezieht alle Ebenen mit ein: das Denken und Fühlen, das Handeln, die körperlichen Empfindungen und Prozesse. Und das Ergebnis sieht dann etwa so aus: Sein Körper: kraftlos, schlaff, ermattet. Seine Haltung: in sich versunken und geschlossen. Seine Bewegung: eher reglos, langsam, zäh. Seine Atmung: flach und kaum zu spüren. Sein Blick: gesenkt, nach innen gekehrt. Seine Ohren sind als wären sie verschlossen. Seine Stimme: – wenn er denn was zu sagen hätte – tonlos, leise, ohne Klang. Um so lauter hört er seine Gedanken mit immer derselben traurigen Melodie, denselben trostlosen Bildern und demselben schalen Geschmack. Alles ist schwer und zieht nach unten – immer weiter. Hier ist im Beispiel nur ein Weg beschrieben, wie man in eine Depressionsspirale hineinkommt. Jeder macht es aber auf seine eigene Art und Weise. Es ist hilfreich, den eigenen Weg in die Depression zu kennen, damit man frühzeitig umkehren kann, ehe man von selber nicht mehr zurückfindet.

Nach Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Verlag Piper, München 1983

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