Kenntnis, Wissen, Weisheit

Ein Student kommt zu seinem Lehrer und verkündet ihm voller Stolz:

„Meister, in diesem Jahr bin ich den ganzen Talmud durchgegangen!“

Worauf der Lehrer antwortet: „Und hast Du Dich auch vom Talmud durchdringen lassen?“

Was wird in diesem Gespräch verdeutlicht? Der Unterschied zwischen zwei Bedeutungen, zwischen der Kenntnis und der Kultur. Der Student berichtet seinem Lehrer voller Stolz von seinen intellektuellen Leistungen, er ist bereit, sich einer strengen Befragung zu unterziehen, auf die er mit Leichtigkeit antworten und damit beweisen wird, dass er Grund hat, stolz zu sein. Der Lehrer hegt gewisse Zweifel. Ihm scheint das Wesentliche nicht die Anhäufung von Kenntnissen zu sein, sondern die Wandlung des Menschen im Kontakt mit diesen Kenntnissen. Hat der Student auswendig gelernt, oder hat er sich mit dem Wissen anderer auseinandergesetzt? Hat er sich damit begnügt, die Perlen des Wissens aufzureihen, oder versuchte er zu verstehen, was dieses Wissen bedeutet und wie weit es ihn selbst angeht?

Über das Wissen hinaus, das ein lebloser, rationaler Gegenstand ist, macht die Kultur aus uns einen Menschen, der in Beziehung zu den anderen lebt.

Durch die Kultur, die ein Wissensaustausch und eine gegenseitige Öffnung zwischen uns und dem anderen ist, entsteht ein Dialog der Menschlichkeit.

Die Kultur ist damit der Anfang der Weisheit, die ihrerseits im ständigen

Hören auf den anderen und in der Öffnung zur Welt hin besteht, wie das rabbinische Sprichwort besagt: „Wer ist weise? Derjenige, der von jedem Menschen lernt.“

Kultur heißt auf hebräisch „tarbout“, was von der gleichen Wurzel abgeleitet ist wie „harbe“, „viel“. Kultur wäre damit dieses „viel mehr“, diese Ergänzung, die der Seele des Menschen ihre echte menschliche Größe gibt.

Sonne und Wind

Sich für den Frieden, für Gerechtigkeit, für Toleranz, für Mitmenschlichkeit, für Wachstum, für Empowerment einsetzen heißt, sich selbst in eine Situation hineinzubegeben (ein + setzen), um den Frieden usw. zu fördern.
 
Aber: für den Frieden etc. zu kämpfen, bedeutet Kampf… gegen…!
 
Sonne und Wind ist eine Äsop zugeschriebene Fabel.
 
Kennt Ihr die Story von Sonne und Wind, die sich stritten, wer dem Wanderer wohl den Mantel schneller ausziehen könnte?
 
Der kalte Wind blies und blies, und der Mann zog den Mantelkragen so hoch wie möglich und kämpfte gegen die Kälte. Aber als die Sonne an die Reihe kam und ihre warmen Strahlen sandte, da öffnete sich der Mann, und bald legte er den Mantel ab. Das ist für mich der Schlüssel-Gedanke: Frieden öffnet!
 
Herders Gedicht Wind und Sonne
 
„Wind und Sonne machten Wette,
Wer die meisten Kräfte hätte,
Einen armen Wandersmann
Seiner Kleider zu berauben.
 
Wind begann;
Doch sein Schnauben
Tat ihm nichts; der Wandersmann
Zog den Mantel dichter an.
 
Wind verzweifelt nun und ruht;
Und ein lieber Sonnenschein
Füllt mit holder, sanfter Gluth
Wanderers Gebein.
 
Hüllt er nun sich tiefer ein?
Nein!
Ab wirft er nun sein Gewand,
Und die Sonne überwand.
 
Übermacht, Vernunftgewalt
Macht und läßt uns kalt;
Warme Christusliebe –
Wer, der kalt ihr bliebe?“
 
(Gedichte, Fünftes Buch, Geschichte und Fabel, 4. Fabel.)
 
Frieden öffnet den Geist und das Herz Kampf verschließt Herz und Hirn. Frieden setzt gewaltfreie Kommunikation voraus – und das gilt sowohl für die private Ebene wie auch für das friedliche Miteinander zwischen Völkern.
 
Das Konzept der gewaltfreien Kommunikation beschreibt Marshall B. ROSENBERG in seinem gleichnamigen Buch. Gleiches lehrte Mahatma Gandhi durch seinen Weg AHIMSA.
 
https://de.wikipedia.org/wiki/Ahimsa

Zweifel ist wie ein Holzwurm

„Zweifel zerfrisst wie ein Holzwurm auch den stärksten Balken.“
© Joachim Nusch

Mentaltraining oder Doping

Vermehrt setzen heute Leistungssportler auf Mentaltraining. Sie wollen Blockaden lösen, Selbstzweifel abbauen und ihre Leistungen steigern. Dennoch greifen viele Sportler weiterhin zu Dopingmitteln.

Dopingverdacht.

Immer mehr Substanzen stehen auf Verbotsliste. Unter Doping versteht man die Einnahme von unerlaubten Substanzen oder die Nutzung von unerlaubten Methoden zur Steigerung bzw. zum Erhalt der – meist sportlichen – Leistung.

In der Konsequenz werden Sportler von der Teilnahme an Sportwettbewerben gesperrt.

Eine einheitliche Logik der Verbote gibt es nicht. Manipulation, Verschwörung, mafiöse Strukturen im Spitzensport und die Pharmaindustrie verdient fleißig mit. Nicht nur einzelne Sportler, sondern auch ganze Gruppen werden von Veranstaltungen ausgeschlossen.

Betroffen sind häufig russische Athleten. Ein Skandal jagt den nächsten.

Seit April 2017 wurden bei den ursprünglich 156 nominierten Teilnehmern des deutschen Teams, der olympischen Winterspiele in Pyeongchang, 657 Kontrollen (1049 Proben) vorgenommen. Es gab nicht einen einzigen positiven Fall.

Warum aber Doping, wenn es auch anders geht und viel nachhaltiger Höchstleistungen erreicht werden können?

Mentaltraining beweist schon seit Jahren, dass es nachhaltig und effizient ist. Zudem gibt es jede Menge positive Nebenwirkungen, wenn man es richtig angeht. Mentaltraining bedeutet „Geistiges Training“. Und damit ist Mentaltraining für jeden geeignet, der fit bleiben und seine volle Leistung entfalten möchte. Vermehrt setzen heute Leistungssportler auf Mentaltraining. Sie wollen Blockaden lösen, Selbstzweifel abbauen.

Zu den häufig angewendeten Methoden gehören zum Beispiel:

·        Zielvisualisierung

·        Meditation und Entspannungsübungen

·        Stressmanagement

·        Kognitionstraining, emotional, motivational

·        Kinesiologische Übungen

·        Achtsamkeitsübungen

·        Autosuggestionsübungen

·        Power Posing

·        Positive Psychologie

·        Stärkenorientierte Ansätze

·        PERMA Model

·        Charismasteigerung

·        Engagement-, und Flowübungen

·        ACT, Akzeptanz, Commitmenttherapie

Ein gutes Mentaltraining ist ein ungeheurer und nebenwirkungsfreier Wettbewerbsvorteil. Doping ist dagegen ein Waisenkind. Da frage ich mich, warum das Thema viele Sportler und Trainer immer noch nicht für sich entdeckt haben. Wer eine Orientierung sucht, dem gebe ich sie bei einem unverbindlichen Beratungsgespräch und zeige die Möglichkeiten von Mentaltraining in seinem Bereich.

Kontakt

 

Der Weg zum Ziel beginnt an dem Tag,
an dem du die hundertprozentige Verantwortung für Dein Tun übernimmst.
Dante Alighieri

Die Geschichte vom Hammer

Wie unsere Einstellung unser Handeln beeinflusst

Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn sich auszuborgen. Doch da kommen ihm Zweifel:

Was. wenn der Nachbar mir den Hammer nicht borgen will?

Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war seine Eile nur vorgespielt und er hat etwas gegen mich. Aber was?

Ich habe ihm doch gar nichts getan, der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, wie würde ich mich verhalten? Ganz selbstverständlich  ICH gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefallen abschlagen? Leute wie dieser Kerl vergiften einem das Leben. Und dann bildet er sich auch noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht es mir wirklich.

Gleich darauf stürmt er hinüber zum Nachbarhaus und klingelt an der Haustüre des Nachbarn. Der Nachbar öffnet, doch bevor er “Guten Tag” sagen kann, schreit ihn erzürnt unser Mann an:

„Behalten Sie nur Ihren Hammer Sie Unhold. Ich brauche ihn nicht mehr und von Ihnen schon gar nicht, Sie unsozialer Flegel.“

Wieder in seiner Wohnung sitzt er da mit seinem Bild in der Hand – enttäuscht und verzweifelt über seine Mitmenschen. Und er beschließt ganz fest:

„Nie wieder spreche ich einen an!“ Und wenn er so weiter macht, ist das wie eine Selbsthypnose. Ohne es zu merken, verstrickt er sich immer tiefer in seine Problemsicht.

Das bezieht alle Ebenen mit ein: das Denken und Fühlen, das Handeln, die körperlichen Empfindungen und Prozesse. Und das Ergebnis sieht dann etwa so aus: Sein Körper: kraftlos, schlaff, ermattet. Seine Haltung: in sich versunken und geschlossen. Seine Bewegung: eher reglos, langsam, zäh. Seine Atmung: flach und kaum zu spüren. Sein Blick: gesenkt, nach innen gekehrt. Seine Ohren sind als wären sie verschlossen. Seine Stimme: – wenn er denn was zu sagen hätte – tonlos, leise, ohne Klang. Um so lauter hört er seine Gedanken mit immer derselben traurigen Melodie, denselben trostlosen Bildern und demselben schalen Geschmack. Alles ist schwer und zieht nach unten – immer weiter. Hier ist im Beispiel nur ein Weg beschrieben, wie man in eine Depressionsspirale hineinkommt. Jeder macht es aber auf seine eigene Art und Weise. Es ist hilfreich, den eigenen Weg in die Depression zu kennen, damit man frühzeitig umkehren kann, ehe man von selber nicht mehr zurückfindet.

Nach Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. Verlag Piper, München 1983

Mann von Welt | Zitat

 

 „Heutzutage ist es leicht, schicke Kleidung auf der ganzen Welt zu kaufen. In modernen Einkaufshäusern oder bequem im Onlineshop. Wir können beste italienische Maßanzüge anfertigen lassen, um wie ein Weltmann auszusehen. Aber nicht der Schneider, sondern Kultur und Charakter machen einen Mann von Welt.“

© Joachim Nusch

Die Fesseln der Unabhängigkeit des Elefanten

Elefant an Kette

16 Asiatische Elefanten leben im Kölner Elefantenpark, dem mit 20.000 Quadratmetern größten und modernsten Elefantenpark nördlich der Alpen. Es bringt mir Freude, die großen Tiere zu sehen. Dennoch stimmt es mich traurig, sie in der Gefangenschaft zu erleben.

Der Park ist groß, komfortabel, es fehlt ihnen möglicherweise an nichts. Seit über 150 Jahren werden Elefanten im Kölner Zoo gehalten. Seitdem hat sich glücklicherweise viel verbessert. Die Kölner Elefantenherde lebt die meiste Zeit über ohne direkten Kontakt zu den Pflegern in ihrem natürlichen Familienverband. Gelegentlich arbeiten die Pfleger mit den Tieren, damit die aufwendige Pflege sicher und geschützt durchgeführt werden kann. Die Übungen mit einem Bambusstab helfen den Dickhäutern sich an ihre menschlichen Beschützer zu gewöhnen.

Im Innenbereich der großen Elefantenhalle gibt es oben eine Aussichtsplattform. Ehrfurchtgebietend steht dort eine große Ganesh- Statue.

Ganesha im Kölner Zoo

Ganesha wird in Indien als eine Gottheit verehrt. ‚Der, der Hindernisse beseitigt‘. Was eben Elefanten so machen.

Ganesha ist eine der prominentesten und beliebtesten Gottheiten Indiens und vieler Länder Südostasiens. Man begegnet ihm überall. Jedes Haus hat am Eingang eine Statue stehen, oder ein Bildnis von Ganesha. Er wird auch bezeichnet als: Zerstörer von Hindernissen, Wohltaten schenkend, Geber von Erfolg in aller Arbeit und ist Schutzpatron der Lernenden.

Gemäß hinduistischer Legende hat Ganesha einen menschlichen Körper und einen Elefantenkopf. Einer seiner Stoßzähne ist abgebrochen, und er hat einen großen Bauch. Er sitzt mit einem Bein unter dem anderen. In seiner Nähe befindet sich schmackhafte Nahrung, die als Opfergabe dargebracht wurde. Zu seinen Füßen liegt eine Maus.

Jeder Teil von Ganeshas Körper symbolisiert ein spirituelles Prinzip. Ganeshas große Ohren und Kopf weisen auf Weisheit, die durch sravana (Hören) und manana (Denken) erworben wurde. Ein Elefantenkopf auf einem menschlichen Körper repräsentiert höchste Weisheit.

Der Rüssel repräsentiert den Intellekt oder Unterscheidungskraft, die aus Weisheit hervorgeht. Der Rüssel besitzt die besondere Fähigkeit gröberer als auch feiner Betätigung. Ein Rüssel kann einen Baum ausreißen, aber auch eine Nadel aufheben. Ganeshas Denken erfasst das Reich der Materie und das des Geistes (spirituelles Reich).

Zwei Stoßzähne symbolisieren die Gegensatzpaare: Freude und Schmerzen, heiß und kalt, Tag und Nacht, Ehre und Schmach. Dass Ganesha über nur einen Stoßzahn verfügt, weist darauf, dass er alle Dualitäten transzendiert hat. Ganeshas großer Bauch bedeutet, dass er Vollkommenheit erreicht hat und alle Erfahrungen konsumieren und absorbieren kann.

Ganesha hat vier Arme. Diese vier Arme repräsentieren die vier Aspekte des feinstofflichen Körpers: Geist, Intellekt, Ego und Bewusstsein. In einer Hand hält er eine Axt und in der anderen ein Seil. Die Axt symbolisiert die Zerstörung aller Wünsche und Bindungen. Mit dem Seil zieht Ganesha den Sucher aus seinen weltlichen Problemen und verbindet ihn mit ewiger Glückseligkeit. In der dritten Hand hält Ganesha eine Süßigkeit, die die Belohnung spiritueller Suche darstellt. In der vierten Hand hält er eine Lotusblume, die das höchste Ziel der menschlichen Evolution versinnbildlicht: Erleuchtung. Künstler stellen Ganesha oft die Axt und das Seil mit zwei seiner Hände haltend dar. Dann lassen sie eine seiner Hände eine heilige Handstellung (mudra) einnehmen, die Schutz und Segen gewährt.

Ganeshas Kopf enthält kleine, durchdringende Augen, die das winzigste Detail jedweden Gegenstands untersuchen können. Diese Augen verfügen über die innere Schau, den Geist Gottes in jedem zu sehen.

Ganeshas Gefährt ist eine kleine Maus. Die Maus steht für Egoismus und weltliche Wünsche, worin die Ursache für all unser Leiden liegt. So wie die Maus in Dunkelheit lebt und stiehlt, so lebt unser Bewusstsein in Unwissenheit und ist ständig beschäftigt mit materiellen Gewinnen, wodurch unser innerer Friede gestohlen wird. Ganesha beherrscht sein Gefährt vollständig, d.h. er hat Egoismus und Wunschnatur überwunden.

Ganesha, der auf seiner Maus reitet, steht für einen vollendeten Menschen, der seinen begrenzten Körper, Fühlen und Denken, dargestellt durch die Maus, benutzt, um die grenzenlose Wahrheit, die Ganesha symbolisiert, zu übermitteln. Körper, Fühlen und Denken sind begrenzt. Es ist ihnen nicht möglich, den unbegrenzten Verstand zum Ausdruck zu bringen. Der Intellekt des Durchschnittsmenschen kann der hinduistischen Lehre nach, die Wahrheit nicht begreifen.

Es sind 40 Jahren her, da hörte ich von einem alten Inder eine Geschichte darüber, wie man in Indien mit Elefanten arbeitet und sie für die Waldarbeit abrichtet. Auch in Thailand, Burma Bangladesch oder Myanmar setzt man Elefanten immer noch als e ein, um aus dem dichten und undurchdringlichen Dschungel Holz ab zu transportieren.

Kaum geboren, werden die Elefantenkinder von sogenannten Mahuts (Elefantenführern) dressiert. Die richtige Kontrolle über ihren Rüssel muss geübt werden: Junge Rüsseltiere brauchen dazu zwei Jahre. Manche treten sogar aus Versehen drauf. 40.000 Muskeln stecken im Rüssel – mit ihm können sie bis zu 400 Kilo heben. Ein Mahout, der oft über Jahrzehnte mit dem Tier verbunden ist, reitet auf dem Nacken des Elefanten und dirigiert ihn mittels verbaler Kommandos seines Elefantenstabs und des Drucks, den er mit Füßen und Beinen auf das Tier ausübt.

Ein süßer, preisgekrönter Film aus dem Jahre 2010, zeigt die Geschichte eines jungen Mädchens und die ihres Elefanten. Chandani sehnt sich danach als weibliche Mahout ihren Berufstraum zu erfüllen.

Chandani und ihr Elefant.

Zur Geschichte des Filmes heisst es:

Die 16-jährige Chandani aus Sri Lanka hat einen ungewöhnlichen Traum: Sie möchte ein Mahout, eine Elefantenführerin werden. Doch das ist entsprechend der Jahrhunderte alten Tradition ein reiner Männerberuf. Ihr Schicksal verbindet sich nun mit dem eines kleinen Elefanten, der gerade in das Elefanten-Waisenhaus des Pinnawela-Nationalparks eingeliefert wurde. Beweist sie ihre Ernsthaftigkeit bei der Pflege des jungen Tiers, wird ihr Vater – er ist der angesehene Chef-Mahout im Waisenhaus – sie zum ersten weiblichen Mahout in Sri Lanka ausbilden. Schließlich hat er keinen Sohn; nur Chandani kann die Familientradition, mit Elefanten zu arbeiten, fortsetzen. Aber wenn sie sich im Umgang mit dem Elefantenkalb nicht bewähren kann, so wird sie ihren Traum begraben müssen und kann die lange Mahout-Tradition ihrer Familie nicht fortsetzen.

http://chandani.realfictionfilme.de/

Damit junge Elefanten nicht weglaufen, kettet man sie mit einem Fuß an einen Pfahl. Der kleine Elefant versucht wegzulaufen, die Kette hält ihn fest und er merkt, dass er nicht wegkommt. Der Elefant wird irgendwann größer. Bald ist er kräftig genug, um die Kette zerreißen zu können. An diesem Lebensmoment angekommen, besitzt er keinen Antrieb mehr, in seine angeborene Freiheit zu laufen. Bis sie als Arbeitselefanten zur Waldarbeit eingesetzt werden, dauert es bis zu vier Jahren.

Für ihn ist dieser Moment einfach alltäglich. Seine Eltern und Freunde haben es ihm vorgemacht. Sie alle leben an diesem kontrollierbaren, komfortablen Platz. Und es gibt dort Menschen, die Acht auf einen geben. Sie behüten die Herde, geben ihnen das Gefühl von Geborgenheit. Zudem vermitteln die Aufpasser das Gefühl von Sicherheit. Es gibt ausreichend Futter, niemandem wird nachgestellt.

Irgendwann kann der Elefantenspross nicht mehr fliehen. Dann glaubt er, dass seine Situation angeboren ist, normal und natürlich. Er hat bereits als Sprössling seiner Gattung gelernt, dass es nichts nutzt, sich gegen die Kette zu wehren. Am Ende reicht sogar ein dünnes Seil, um ihn am Weglaufen zu hindern.

Es sind also nicht die realen Gegebenheiten, die den Elefanten in Gefangenschaft halten. Er ist groß und stark, talentiert und weise. In Wirklichkeit müsste der Elefant nur einmal kräftig ziehen und das Seil würde reißen. Aber er probiert es nicht. Weil er nicht daran glaubt, dass es funktionieren würde. Mit den Jahren verliert er die Erinnerung an diesen folgenschweren Moment seiner Erziehung.

Verhalten wir Menschen uns nicht ebenso in unserer Geburtsumgebung?

 Alle Welt sehnt sich nach Freiheit, und doch ist jedes Geschöpf in seine Ketten verliebt; das ist der Urwiderspruch, der unentwirrbare Knoten unserer Natur.

Sri Aurobindo

 

Wir sehen das an den Ketten der Religionen, den Dogmen, falscher Bildung, Hirnwäsche durch die Medien, Corporate Governance Programmen und Meinungsmachern.

Der Elefant glaubt zu wissen: Es hat ja doch keinen Sinn, deswegen versuche ich es erst gar nicht. Und Hand aufs Herz: Wie oft haben wir so etwas auch schon einmal gedacht?

Oft glauben wir, wir können etwas nicht, deswegen probieren wir es erst gar nicht. Oder wir tun etwas nicht, das wichtig für uns wäre, weil es vermeintlich gute Gründe dagegen gibt. Gründe, die oft nur in unserem Kopf und in unserer Vorstellung existieren. Oder Gründe, die mit ein bisschen Einfallsreichtum aus dem Weg zu räumen wären.

Vielleicht irren wir uns in unseren Annahmen. Zu denken heißt manchmal auch, sich zu irren. Der Dschungel der Phantasie unseres Denkens, kann uns oft in undurchdringliches Dickicht führen. Deshalb ist das „Wahre“ oft nicht direkt erkennbar. So lohnt es sich manchmal in Stille das eigene Denken konstruktiv und mit Abstand zu hinterfragen. Auch kritisch zu sein. Quer zu Denken. Es gibt kein rechtes Denken. Nur die Wahrhaftigkeit der Stille der Ebene des Herzens und der Quelle des Denkens. Das Wahre ist oft kaum erkennbar und zeigt sich in Respekt, Achtung, Mitmenschlichkeit, Mitgefühl, Gewaltlosigkeit, Dialogbereitschaft, menschliche Wärme, im Zuhören und Lernen ist in der inneren Form, wie eine Oase des Herzens, die von der Karawane des Denkens nie erreicht wird.

Wer frei sein möchte, muss sich von den Ketten der Konditionierung lösen. Vertrauen zu sich selbst entwickeln. Lebenslang lernen, Fragen stellen, Selbstkultivierung betreiben und den Geist immer wieder leeren von unnötigem Müll. Damit das gelingen kann, empfehle ich, bevor der innere Abfalleimer überquillt, kognitive Übungen, Stärkung der emotionalen Intelligenz, Resilienzförderung, Yoga und Meditation.

Tatsächlich haben alle Menschen, auch wenn sie noch so passiv scheinen, ein Kreativitätspotential, das nur nach Ausdrucksmöglichkeiten sucht. Erinnern Sie sich an die Phantasie und die Einbildungskraft, die man bei Kindern schon im frühesten Alter beobachten kann. Sie kommen in ihren Zeichnungen, ihren Gesprächen, ihren Spielen, ihren Basteleien zum Durchbruch.

Unglücklicherweise verkümmert dieser geistige Reichtum oft mit den Jahren. Das beginnt schon zuhause, wenn die Erziehung mehr auf Verboten und Verweisen als auf der Förderung der Unternehmungslust und der Spontanität des Kindes beruht.

Diese Entwicklung wird in der Schule fortgesetzt, deren pädagogische Methoden das Gewicht noch zu sehr auf das Erwerben von Kenntnissen und die Anpassung legen.

Wenn wir dann „gelernt“ haben, dass etwas so sei, ist es für uns meist nicht mehr (leicht) möglich, zu erkennen, dass diese Sache auch „anders“ sein kann. Carlos CASTANEDA, ein amerikanischer Anthropologe und Ethnologe, schreibt in einem seiner sehr empfehlenswerten Bücher über das Wissen der Yaqui Indianer:

„Jeder, der mit einem Kind in Kontakt kommt, ist ein Lehrer. Er erklärt die Welt unaufhörlich, bis zu dem Augenblick, wo das Kind die Welt so wahrnehmen kann, wie sie ihm erklärt wurde. Wir haben keine Erinnerung an diesen folgenschweren Augenblick, einfach weil wir keinen Bezugsrahmen hatten (damals), in dem wir ihn mit etwas anderem hätten vergleichen können. Doch von diesem Augenblick an ist das Kind ein Mitglied. Es kennt die Beschreibung von der Welt und es erreicht die volle Mitgliedschaft, wenn es in der Lage ist, all seine Wahr-Nehmungen so zu deuten, dass sie mit diesen Beschreibungen übereinstimmen und sie dadurch (zu) bestätigen (scheinen)“.[1]

Als ich meine Tochter zum ersten Schultag brachte und seitdem kommen mir immer wieder diese Gedanken, wenn ich mit Eltern über die Schulsituation spreche, unsere heutige Bildung betrachte, Texte lese von Prof Gerhald Hüther über die angeborenen Talente unserer Kinder, gehirngerechtes Lernen, wie oft musste ich mit schwerem Herzen an die Zeilen von Reinhard Mey denken:

„Es gab nur Liebe und Versteh‘n, gab nur Freiheit bislang,

Und nun droh‘n Misserfolge und Versagen.

Der Wissensdurst versiegt unter Bevormundung und Zwang,

Die Gängelei erstickt die Lust am Fragen.

Die Schule macht sich kleine graue Kinder, blass und brav,

Die funktionier‘n und nicht infragestellen,

Wer aufmuckt, wer da querdenkt, der ist schnell das schwarze Schaf.

Sie wollen Mitläufer, keine Rebellen,

Ja-Sager wollen sie, die sich stromlinienförmig ducken,

Die ihren Trott nicht stör‘n durch unplanmäss‘ge Phantasie,

Und keine Freigeister, die ihnen in die Karten gucken

Und die vielleicht schon ein Kapitel weiter sind als sie.“ [2]

Ketten, Hindernisse und Sperren werden errichtet gegen die Entfaltung schöpferischer und eigenwilliger Persönlichkeiten. Und das, obwohl die „Einbildungskraft“ und die „Phantasie“ wichtiger sind als die „Kenntnisse“, wie seinerzeit Albert Einstein schrieb.

Die Schule ist immerhin nicht allein verantwortlich. (Im Übrigen beginnt man in einigen Ländern, der schöpferischen Arbeit der Schüler mehr Bedeutung beizumessen). Dazu kommen andere Faktoren, welche die Ausdrucksmöglichkeiten der Kreativität beim einzelnen Behindern:

– Anpassung und Respekt vor dem Herkömmlichen (Verwaltungsvorschriften zum Beispiel);

– Gewohnheit und Erfahrung, die den Menschen in einem verstandesmäßigen und gedanklichen Schema festhalten und somit seine geistige Beweglichkeit blockieren, ohne die es keine neuen Ideen gibt;

– negative Emotionen, wie Entmutigung, Angst, sich der Lächerlichkeit auszusetzen und Mangel an Selbstvertrauen, die durch Kritik ausgelöst werden.

Bedeutet das, dass ein normaler Mensch im Erwachsenenalter wegen der oben erwähnten Barrieren nicht mehr kreativ sein kann?

Sämtliche bisher durchgeführten Experimente beweisen das Gegenteil. Denn Kreativität lässt sich mit einem Muskel vergleichen, aus dem man Höchstleistungen herausholt, indem man ihn arbeiten lässt und seine Möglichkeiten nutzbringend verwendet [3](Michael LeBoeuf. So können Sie Ihre Kreativität entwickeln, Reader’s Digest).

Die Gehirnforschung hat für uns eine rettende Antwort. Wir sind lernfähige Wesen, bis ins hohe Alter. Und das gute ist, unser Gehirn spielt mit. Es besitzt die Fähigkeit, sich immer wieder neu zu strukturieren. Die Gehirnplastizität oder Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns, sich selbst zu regenerieren und umzubauen. Also können wir unsere Ketten lösen, wenn wir nur bereit dafür sind und es tun.

Gewohnheiten, Erfahrungen und Anpassung lassen unser Denkorgan allmählich verkümmern. Dennoch kann es durch die Anwendung von Methoden zur Anregung der Phantasie und des Einfallsreichtums aufs Neue zu Kräften kommen. Es gibt viele Lernmethoden, die sich seit langem bewährt haben.

Das in den ersten Lebensjahren die Grundlagen für spätere Lernerfolge gelegt werden und „Entwicklungsfenster“ des Lernens sich schließen – plappert schon der Volksmund mit seinem deutschen Sprichwort:

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“

Und von Mohammed stammt der Satz:

„Wissen erwerben in der Kindheit ist wie eine Inschrift, gemeißelt in Stein, aber Wissen, das man im Alter erwirbt, ist wie auf Wasser geschrieben.“

Unstrittig ist, dass der Aufbau neuronaler Verknüpfungsmuster ein lebenslänglicher Prozess ist.

(Neuroplastizität = unter neuronaler Plastizität versteht man die Eigenart von Synapsen, Nervenzellen oder auch ganzen Hirnarealen, sich zwecks Optimierung laufender Prozesse in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern) Ein Vorgang, der in seiner Beschleunigung jedoch mit dem Alter abnimmt. Dabei fördert Gehirnaktivität den Aufbau von Vernetzung und Passivität (Lernblockaden und Lernverweigerung) den Abbau.

Hier liegt – auch wenn wir das ab einem gewissen Alter nicht mehr gerne hören – das neurobiologische Fundament der Volksweisheit, was dann in der Konsequenz zu konservativen Verhaltensmustern führt. Konservatismus, Suche nach Sicherheit, Verneinung, mangelnde Risikobereitschaft, Angst vor Neuem, allem Fremden, Befürchtung vor dem Verlust des Gewohnten, Ablehnung von Veränderung und zu Bildungsarmut.

Scheitern gibt es nicht. Es ist ein falsches Paradigma zu glauben, dass Scheitern vermeidbar ist. Es ist ein wichtiger Teil des Prozesses. Vermeidung führt nur zum Stillstand. Wir müssen grundsätzlich unser Denkmodell und unsere Perspektive ändern, um zu verstehen, dass Scheitern ein Aspekt des Erfolgs ist. Von Thomas Edison wird berichtet, dass er über 2000 verschiedene Experimente durchführte, die fehlschlugen, bevor er schließlich die Glühbirne zum Glühen brachte. Mut zum Risiko, Mut zum Fehler, Mut zum Scheitern, Mut zur Selbstkultivierung und zum Lernen.

„Ich brauche nur das zu tun, was ich will, und nicht, was die anderen von mir erwarten. In der Gemeinschaft ist es leicht, nach fremden Vorstellungen zu leben. In der Einsamkeit ist es leicht, nach eigenen Vorstellungen zu leben – aber bewundernswert ist nur der, der sich in der Gemeinschaft die Unabhängigkeit bewahrt.“ [4]

© Joachim Nusch

[1]  Carlos Castaneda, Die Lehren des Don Juan: Ein Yaqui-Weg des Wissens
[2]  Faust in der Hand, Reinhard Mey
[3]  Michael LeBoeuf
[4]  Ralph Waldo Emerson

Poesie und Schönheit der Worte

Zitat über Poesie und Worte

„Die Poesie wie auch die Schönheit der Worte, können die Sinne weit über den Horizont entführen.“
© Joachim Nusch
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Über Wendehälse, Meinungsbildung und unsere Instinktfalle

Forschung zeigt: “

„Wir unterliegen alle der Instinktfalle!“

Als der US-Ingenieur Robert Fulton, der Erfinder des Dampfschiffs, sein erstes brauchbares dampf- getriebenes Boot testete, stand eine Menschenmenge an den Flussufern und sah zu, wie die Techniker noch an den Maschinen bastelten.

Einige Skeptiker fingen an zu rufen: ,,Das wird niemals fahren, niemals!“

Endlich, ininitten von Dampf und spriihenden Funken, begann sich das Boot flussaufwarts zu bewegen.

Die Menschen am Ufer waren kurze Zeit still, dann bnillten sie: ,,Das kriegt ihr nie mehr zum Stehen!“

Warum ist das so und wie wirkt sich dieses Phänomen auf uns und unsere Gesellschaft so massiv aus? Das wird in diesem Artikel verdeutlicht.

So soll es bleiben – Warum wir ungern unsere Meinung ändern

„Es gehört oft mehr Mut dazu, seine Meinung zu ändern, als ihr treu zu bleiben“, wusste schon der deutsche Dichter Friedrich Hebbel. Aber warum? Eine neue Studie hat eine Antwort gefunden.

Immer dasselbe: Haben wir uns einmal entschieden, fällt uns das Umschwenken schwer. Zwar haben wir häufig die Chance, unsere Meinung zu revidieren, der Kurswechsel wird sogar per Gesetz gefördert. Klamotten können wir umtauschen, Verträge widerrufen.

Manchmal hat eine solche Richtungsänderung sogar Vorteile. Ein Team von Psychologen analysierte zum Beispiel im Jahr 1984 die Ergebnisse Dutzender Multiple-Choice-Tests. Fazit: Die Teilnehmer profitierten davon, ihre Meinung noch mal zu revidieren und das Kreuzchen an einer anderen Stelle zu setzen. Meistens wählten sie die richtige Antwort, selten die falsche.

Dennoch wissen Psychologen seit langem, dass die meisten Menschen davor zurückschrecken, eine einmal gefasste Meinung zu ändern. Nach dem Motto: Mein Bauchgefühl wird mich schon nicht täuschen.

Falle des Instinkts

Der US-Wissenschaftler Justin Kruger bezeichnet dieses Verhalten als „Erste-Instinkt-Falle“ (first instinct fallacy). Für seine Studie im Jahr 2005 sollten sich die Probanden ausmalen, Entscheidungen zu revidieren. Und dabei bemerkte Kruger, dass das Gefühl des Bedauerns eine große Rolle spielt. Die meisten Probanden glaubten, dass sie es wesentlich stärker bereuen würden, eine ursprünglich korrekte Antwort noch mal in eine falsche umzumünzen. Mit anderen Worten: Sie blieben vor lauter Angst, etwas falsch zu machen, lieber bei der ersten Wahl.

Wie entscheidend das Gefühl der Reue bei Entscheidungen wirklich ist, bemerkte kürzlich auch der norwegische Psychologen Geir Kirkebøen von der Universität von Oslo. Für seine Studie nahmen Hunderte von Freiwilligen an verschiedenen Laborexperimenten teil. Dabei gab Kirkebøen einem Teil der Probanden immer die Chance, ihre Meinung noch mal zu ändern, und dadurch ihren Gewinn zu steigern.

Einige Tage nach den Experimenten kontaktierte Kirkebøen alle Teilnehmer erneut. Und siehe da: Wer seine Meinung hatte ändern dürfen, profitierte davon überhaupt nicht. Ganz im Gegenteil, er bereute sein Umschwenken sogar und war keineswegs zufriedener mit seiner Wahl als jene, die bei ihrer ersten Entscheidung geblieben waren – und das selbst dann, wenn die Änderung zu einem größeren Gewinn geführt hatte!

Was war mit den Probanden los? Wollten Sie Ihren Profit etwa nicht maximieren? Verfügten sie über ein Altruismus-Gen? Neigten sie womöglich am Impostor-Syndrom?

Nichts dergleichen.

Alles beim Alten

Fakt ist: Entscheidungen, die irgendetwas beibehalten, bereuen wir wesentlich seltener als Entscheidungen, die etwas ändern. Man könnte auch sagen: Lieber belassen wir alles beim Alten, als uns auf Neues einzulassen.

Und das liegt auch an dem gedanklichen Prozess, den eine Meinungsänderung in Gang setzt. Wer eine Entscheidung revidiert, der sieht sich nun mit mindestens zwei Alternativen konfrontiert: Jener, die er verworfen hat und jene, die er stattdessen bevorzugt. Allein dieses Vergleichen reduziert jedoch tendenziell den empfundenen Wert aller Optionen – und führt zu größerem Bedauern. Wer seiner ersten Entscheidung treu geblieben ist, muss sich mit solchen Gedanken gar nicht erst herumschlagen.

Man könnte auch sagen: Die Angst, aus einer richtigen eine falsche Entscheidung zu machen, führt häufig zu einer Art Schockstarre. Der englische Philosoph Francis Bacon hat das 1620 so ausgedrückt:

„Hat der menschliche Verstand einmal eine Meinung angenommen, so zieht er alles heran, um diese zu bestätigen und mit ihr zusammenzustimmen. Und selbst wenn sich für das Gegenteil mehr und weit bessere Beweise anbieten, so wird er diese mit großer und schädlicher Voreingenommenheit ignorieren, verdammen oder sie durch Spitzfindigkeiten als irrelevant betrachten, auf dass die Autorität seiner ersten Annahme ungeschmälert erhalten bleibe.“

Ändern Sie auch so ungern Ihre Meinung? Hadern Sie häufig mit Ihren Entscheidungen? Oder schwenken Sie problemlos um?

Quelle:
Geir Kirkebøen, Erik Vasaasen und Karl Halvor Teigen (2011). Revisions and Regret: The Cost of Changing your Mind. Journal of Behavioral Decision Making.

Weitere Literatur:
Justin Kruger, Derrick Wirtz und Dale Miller (2005). Counterfactual thinking and the first instinct fallacy. Journal of Personality and Social Psychology, Band 88, Nummer 5, Seite 725–735.

Ludy Benjamin et al (1984). Staying with initial answers on objective tests: Is it a myth? Teaching of Psychology, Band 11, Seite 133–141.

Gefunden bei: alltagsforschung.de

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Demokratie und Teamfähigkeit

Demokratie braucht Teamplayer

 

„Demokratie bedeutet Zusammenarbeit, Gemeinschaft, Team, Solidarität und soziale Verantwortung. Ein Demokrat besitzt Teamfähigkeit. Demokratie braucht Teamplayer. „ ©  Joachim Nusch


 

Prinzipien der Teamfähigkeit

 «EIN MENSCH WIRD ERST DURCH ANDERE ZUM MENSCHEN.“

– ERZBISCHOF TUTU

Wissenschaftler vom Georgia Institute of Technology in Atlanta haben das Verhalten von Ameisen analysiert, die vom Ertrinken bedroht sind. Die roten Feuerameisen werden im brasilianischen Regenwald, ihrem natürlichen Habitat, regelmäßig von Regenfällen heimgesucht, die für sie lebensgefährliche starke Überschwemmungen verursachen. Wenn sie vom Wasser überrascht werden, müssten die Ameisen normalerweise sterben, da sie sich nirgendwo festhalten können.

Die Natur hat den Ameisen jedoch eine einzigartige Möglichkeit geschenkt, um sich selbst zu retten. Sie bauen in Gemeinschaftsarbeit eine Art Rettungsinsel, indem sie sich mit ihren Kiefern und Klauen ineinander einhaken und dabei Luftblasen einschließen. Sie klammern sich aneinander und bilden eine Art Klumpen, der auf dem Wasser treibt. Durch den Zusammenschluss werden sie stärker und können überleben, bis sie einen sicheren Ort finden.

Wenn wir unser Umfeld betrachten, finden wir ebenfalls Beispiele von Personen, die die Macht des Zusammenschlusses nutzen. Sie bieten sich gegenseitig hilfreiches Sparring, das ihnen ermöglicht, ihre individuellen Ziele zu erreichen. Denken Sie an die WeightWatchers, Anonymen Alkoholiker, Greenpeace, Rotary International, Toastmasters International, Médecins Sans Frontières oder an andere erfolgreiche Netzwerke. In der digitalen Welt der sozialen Netzwerke wie Facebook, Xing, Instagram oder Linkedin sehen wir das auch. Alle schließen sich zusammen!

Joint Attention, gemeinsame Aufmerksamkeit

Die Aussicht auf Trauben macht Schimpansen erfinderisch. Sie reichen sich sogar Werkzeuge untereinander weiter. Für Forscher ein Beleg dafür, dass Teamwork nicht nur unter Menschen, sondern auch unter Primaten verbreitet ist.

„Ein Kind, das auf einer isolierten Insel ohne sozialen Kontakt aufwachsen würde, hätte als Erwachsener nicht mehr Geist als ein Affe. Wir Menschen sind dafür gemacht, die Köpfe zusammenzustecken.“ Zitat Michael Tomasello

| Das menschliche Selbstbewusstsein existiere nicht für sich allein, behauptet Michael Tomasello, der Leiter der Abteilung Entwicklungspsychologie. Es sei wesentlich das Produkt der Interaktion mit anderen. Genau in diesem Punkt unterscheiden sich Menschen grundlegend von ihren nächsten Verwandten, den Schimpansen, Orang-Utans oder Gorillas. Das zeigen ausgeklügelte Studien mit jungen Menschenaffen, die ebenfalls am Leipziger MPI laufen. Die Entwicklungspsychologen Josep Call und Esther Herrmann etwa verglichen 2007 die Fähigkeiten zweieinhalbjähriger Kinder mit denen von jungen Schimpansen . Solange motorische Fähigkeiten geprüft wurden, hatten die Affen die Nase vorn. Doch in Aufgaben, die soziale Kognition erforderten, drehte sich der Befund um: In diesem Punkt sind Menschen- den Affenkindern haushoch überlegen. „Da sind sie von Anfang an sehr viel besser“, sagt Josep Call.

Quelle Zeit Online weiterlesen auf:

zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Mensch-Individuum-Selbstbewusstsein/seite-2

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Sozialkompetenzen

Sozialkompetenzen umfassen die Fähigkeiten, Kenntnisse und Fertigkeiten, die notwendig sind, um in gesellschaftlichen und politischen Bereichen urteils- und handlungsfähig zu sein, wie z.B. Kommunikationsfähigkeit, Konflikt- und Kooperationsfähigkeit, Teamfähigkeit usw.

In diesem Begriff sind natürlich viele Einzelkompetenzen enthalten, die wir auch als Softskills bezeichnen.

Die meistgenannten Merkmale sozialer Kompetenz sind allerdings Eigenschaften, wie:

·         Verlässlichkeit

·         Glaubwürdigkeit

·         Einfühlungsvermögen

·         Toleranz

·         Belastbarkeit

·         Frustrationstoleranz

·         Kritikfähigkeit

·         Lernbereitschaft

·         Durchsetzungsstärke

Sozialkompetenz gliedert sich in 4 Felder:

1.        Umgang mit sich selbst

2.       Umgang mit anderen

3.       Zusammenarbeit

4.      Menschenführung

 

Das  breite Spektrum von Themen, was schwerlich dem einzelnen Individuum gerecht werden kann, braucht kontinuierliches Lernen und Anpassung an die jeweilige Situation. Jeder von uns hat ganz spezifische Aufgabenfelder.

Deshalb lege ich besonderen Wert auf die Grundlagen. Immer wieder, betone ich wie wichtig es ist, sich nicht von der Vielzahl der Methoden und Ideen verwirren zu lassen, sondern die wesentlichen Grundlagen im eigenen Lernprozess zu entwickeln und zu wiederholen.

Welche meine ich im Speziellen damit?

·         Kommunikation: Achtsame und gewaltfreie Kommunikation, Rhetorik

·         Haltung und Einstellung: Werte, Ethik, Empathie und Mitgefühl

·         Reflexionsfähigkeit: Fragen, Querdenken, Kritikfähigkeit

·         Weiterbildung: lebenslanges Lernen, Gelehrtheit, Selbstkultivierung

 

Die Zusammenarbeit mit anderen scheitert oft an Kleinigkeiten: Stress, Missverständnisse oder persönliche Befindlichkeiten.  Zehn Tipps, wie wir daran arbeiten können, das besser zu machen:

1.        Konkurrenzkampf vermeiden. Jeder steht unter Erfolgsdruck. Machen Sie sich und allen Mitgliedern des Teams klar, dass man nur zum Erfolg kommt, wenn man an einem Strang zieht, statt gegeneinander zu arbeiten.

2.       Nicht kuscheln Aber: Teammitglieder müssen sich nicht unbedingt lieben, um effizient zusammenzuarbeiten. Biedern Sie sich aber auch nicht zu sehr an.

3.       Kompromisse eingehen und Alternativen suchen. Jeder sollte im Team Kompromiss machen – die Motivation leidet, wenn einer sich durchsetzt und alle grollend mitziehen!

4.      Grenzen setzen. Machen Sie klar, wo Ihre Grenzen sind: Sagen Sie klar und sachlich Nein, wenn Ihnen etwas absolut nicht passt, aber zeigen Sie sich auch kompromissbereit.

5.       Neu im Team? Sie sind neu im Team? Dann warten Sie erstmal ab, wie die Rollen verteilt sind.

6.      Plötzlich Führungskraft? Als ehemaliges Teammitglied sind Sie plötzlich Führungskraft geworden und sollen den anderen sagen, wo es langgeht? Haben Sie etwas Geduld, bis sich die anderen an die neue Rolle gewöhnt haben und akzeptieren Sie Vorbehalte!

7.       Aufgaben richtig verteilen. Jeder hat sein Spezialgebiet – und ein Team arbeitet am besten, wenn jeder das macht, was er am besten kann. Sind Ziele konkret formuliert, abgestimmt und erreichbar?

8.      Selbstmarketing.  Tue gutes und rede darüber. Stellen Sie auch Team ihr Licht nicht unter den Scheffel, sondern stellen Sie klar, was Sie leisten.

In Sanskrit gibt es einen Vers in der Maha Upanishad der lautet:

Vasudaiva Kutumbakam. „Die Welt ist eine Familie“.

Der Text stammt aus einer Zeit von 1200 – 1000 v. Chr. und ist in der Eingangshalle des Parlaments von Indien eingraviert. Die Essenz dieses Satzes bedeutet, dass wir gemeinsam auf dieser Erde leben, als Gemeinschaft, als Familie, als Team. Dieser uralte Leitsatz sollte jedem Demokraten in seinem täglichen Wirken bewusst ein.

Wer Zusammenarbeit unter Beweis stellen möchte, hat mit dieser kreativen Gruppenübung bestimmt eine besondere Herausforderung.

Der Marshmallow-Effekt

Dass es klug ist, Vernunft und Intuition willentlich auszubalancieren, ist natürlich keine allzu neue Erkenntnis. Menschen, die das nicht können, fühlen sich oft wie Getriebene ihres Instinkts. Aus diversen Studien ist zudem bekannt, dass starke Gefühle das logische Denken, die Wahrnehmung der Gefühle anderer und sogar die eigenen Sprachfähigkeiten blockieren können.

Jeder kennt das: Wenn man erst einmal vor Rage schnaubt, fehlen einem die Worte.

Empathie dagegen ist auch eine mentale Stärke im Berufsleben, die den Schwerpunkt der vielbeschworenen Sozialkompetenz bildet. Empathische Menschen haben mehr und bessere Beziehungen, sind leichter in der Lage Kompromisse einzugehen und finden schneller Zugang zu anderen.

Marshmallow Challenge: Wie gut ist Ihr Team?

Immer wieder bescheinigen Studien, dass Menschen, wenn sie versuchen Gruppenentscheidungen zu treffen, die meiste Zeit damit verbringen, anderen Dinge zu erzählen, die schon alle wissen. Kaum einer ist bereit, neue Aspekte einzubringen oder Informationen zu teilen, die nur er oder sie besitzt. Und dabei ist es völlig unerheblich, ob diese Teams nach einem neuen Mitarbeiter, dem besten Investment oder nach einem Schuldigen suchen. Das Ergebnis ist in allen Fällen dasselbe: Mittelmaß – und miese Entscheidungen.

Nun gibt es dazu ein ebenso faszinierendes wie kreatives Spiel: die sogenannte Marshmallow Challenge, bei der einzelne Teams aus Spaghetti einen Turm bauen sollen.

Was aber wirklich dabei passiert, ist: Sie können auf diese Weise ebenso einen subtilen Testlauf absolvieren, wie gut Ihr Team zusammenarbeitet, bevor Sie es an ein echtes Projekt lassen.

Die Regeln der Marshmallow-Challenge sind zudem simpel…

Jedes Team bekommt:

·         20 Spaghetti

·         1 Rolle Klebeband

·         1 Rolle Bindfaden

·         1 Marshmallow

Ziel ist es, binnen 18 Minuten mit den Spaghetti den höchstmöglichen, freistehenden Turm zu bauen auf dessen Spitze der Marshmallow stecken muss.

Keine allzu schwere Aufgabe, sollte man meinen. Und üblicherweise beginnen die Teams auch sofort damit, zu kollaborieren: Sie diskutieren diverse Bauarten, planen das Konstrukt und beginnen schließlich damit, einen solchen Spaghetti-Turm zu erschaffen, bis 18 Minuten später – Ta-da! – der Turm steht und jemand triumphal den Marshmallow oben aufsteckt. Was aber mehrheitlich passiert, ist, dass sich das Ta-da!-Erlebnis in eine Oh-Oh!-Krise verwandelt und der Turm zusammenbricht.

Wie sich bei diversen Experimenten mit der Marshmallow Challenge zeigte, waren die besten Teams ausgerechnet Kindergartenkinder.

Die Gründe:

·         Zu keinem Zeitpunkt versuchte eines der Kinder, CEO von Spaghetti Inc. zu werden. Eitle und Kräfte zehrende Rivalitätskämpfe fielen damit weg.

·         Erwachsene sind üblicherweise darauf trainiert, die einzig richtige Lösung zu finden. Wenn sie dann aber den Marshmallow auf die Spitze piksten und die ganze Konstruktion zusammenbrach, hatten sie keine Zeit mehr, eine neue zu bauen – und erleben eine klassische Krise. Die Kindergartenkinder dagegen begannen einfach mit einer Marshmallow-Spaghetti-Konbination und bauten darauf basierend Prototypen – einen um den anderen. Immer mit dem Marshmallow oben auf. So verbesserten sie ständig ihre Konstruktion, erlebten Erfolge und Irrtümer, hatten am Ende die ungewöhnlichsten Bauwerke – aber eben auch solche, die aufrecht standen. Und natürlich bekam jeder im Kinder-Team unmittelbar Feedback darüber, was funktionierte und was nicht.

Auch das haben die Initiatoren um Tom Wujec, einem eifrigen Anwender der Marshmallow-Challenge, gemessen:

·         Der Durchschnitt kommt auf eine Bauwerkshöhe von 50 Zentimetern.

·         Business-School-Absolventen erreichen im Schnitt nur 25 Zentimeter.

·         Anwälte schaffen immerhin schon eine Höhe von rund 40 Zentimetern.

·         CEOs konstruieren im Schnitt 60 Zentimeter-Bauwerke.

·         Kindergartenkinder bauen bis zu 75 Zentimeter hoch.

·         Teams mit nur einem CEO werden sogar noch besser: rund 80 Zentimeter.

·         Am höchsten aber bauen Ingenieure und Architekten – bis zu einem Meter hoch (wenn sie vorher nicht scheitern).

Bemerkenswert ist zudem, was passierte, als Tom Wujec zehn Teams aus Design-Studenten zu einem Wettkampf aufforderte und dem besten davon einen Preis von 10.000 Dollar versprach: nichts.

Kein Team erschuf einen haltbaren Turm – im Gegensatz zu den zehn Teams, die ohne Belohnung immerhin ein paar Bauwerke zustande brachten.

Als man wiederum denselben Teams vier Monate später dieselbe Aufgabe noch einmal stellte, waren fast alle erfolgreich: Sie hatten erkannt, wie wichtig es ist, miteinander zu arbeiten und obendrein über Prototypen einen standfesten Turm zu entwickeln.

Quelle: karrierebibel.de/der-marshmallow-test/

Fazit:

Wenn es den Affen möglich ist, strategisch zusammenzuarbeiten, dann sollten Politiker, Wähler, Ehrenamtliche und die Gesellschaft gleichermaßen lernen und verstehen, welche gewaltigen Chancen und Dimensionen in Teamarbeit, Kollaborationen und Netzwerken stecken.

 

„Durch lernen in der Gemeinschaft, erkennen wir, dass wir nicht geboren wurden, um mächtig und einflussreich zu werden. Vielmehr leben wir, um einen Beitrag zum Wohle der Allgemeinheit zu leisten und wie wir einen abhebenden Unterschied im Leben anderer machen können.“  ©  Joachim Nusch

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