Es geht nicht immer geradeaus

Es geht nicht immer geradeaus

Es geht nicht immer geradeaus. Deshalb folge immer Deinem Weg und trau Dich, wenn Du mal den Weg verlassen musst. Joachim Nusch

 

Es geht nicht immer geradeaus. Deshalb folge immer Deinem Weg und trau Dich, wenn Du mal den Weg verlassen musst.

It is not always straight. Therefore, always follow your path and have faith, if once you have to leave your track. |

No siempre es recta. Por lo tanto, siempre siga tu camino y tengas fe, si una vez tienes que salir de tu rumbo.

 

‪#‎zitate‬ Joachim Nusch

 

Der Blinde und der Lahme

Ein Blinder irrt orientierungslos durch den Wald. Plötzlich stolpert er über etwas am Boden und fällt der Länge nach hin. Als der Blinde auf dem Waldboden herumtastet, entdeckt er, dass er über einen Mann gefallen ist, der am Boden kauerte. Dieser Mann ist ein Lahmer, der nicht laufen kann.

Die beiden beginnen ein Gespräch miteinander und klagen sich gegenseitig ihr Schicksal.

“Ich irre schon seit ich denken kann in diesem Wald herum und finde nicht wieder heraus, weil ich nicht sehen kann.” ruft der Blinde aus.

Der Lahme sagt: “Ich liege schon, seit ich denken kann, am Boden und komme nicht aus dem Wald heraus, weil ich nicht aufstehen kann.”

Und während sie sich so unterhalten, ruft der Lahme plötzlich aus: “Ich hab’s! Du nimmst mich auf den Rücken, und ich werde dir sagen, in welche Richtung du gehen musst. Zusammen können wir aus dem Wald herausfinden.”

Laut Aussage des alten Geschichtenerzählers symbolisiert der Blinde die Rationalität, der Lahme die Intuition. Auch wir werden aus dem Wald nur herausfinden, wenn wir lernen beide zusammenzubringen.

aus: Peter M. Senge: Die fünfte Disziplin

Selbst-Bewusstsein

Mangelnde Selbstanerkennung und – wertschätzung, ist die eigentliche Ursache allen Mangels. Aber was bedeutet das denn wirklich? Ist das nur ein theoretisches Konzept aus der Werkzeugkiste von Halbwahrheiten psychologischer Denkmodelle? Wird so schlussendlich nur eine „Schein-Selbst-Wahrnehmung“ herbeigeführt? Oder was steckt in der Tiefe dahinter? Kann man den Mangel weg denken? Oder gibt es eine Ebene der unendlichen Fülle?

Wenn wir unser Innerstes nicht kennen, wenn wir unser Unendliches, allem zugrunde liegende Selbst nicht verstehen, und wenn wir diese ewige, unendliche, innere Gestalt jedes Wesens nicht wahrnehmen, dann kann kein Selbstvertrauen, keine Selbstanerkennung, keine Selbstwertschätzung entwickelt und erfahren werden.

Eine rein gedankliche Anstrengung oder der einfache gefühlsmäßige Wunsch das Selbstvertrauen zu stärken, wird die gewünschten Erwartungen nicht erfüllen. Es bleibt nur ein theoretischer Ansatz Selbstsicherheit zu gewinnen, ohne mit dem Selbst familiär zu sein. Diese Anstrengung ist vergebens.
Der persönliche und intrinsische Prozess (intrinsisch beschreibt Zustände, die von innen her, aus eigenem Antrieb unabhängig von äußeren Einflüssen hervorgerufen werden) auf dem Weg zu mehr Selbstvertrauen, besteht in dem Herstellen einer Verbundenheit mit den Prinzipien und den transzendenten Qualitäten des Selbstes.Was bedeutet das? Dieses Selbst wird auch als „reines Bewusstsein“ bezeichnet. Es ist das wahre Selbst des Menschen, das bei allen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühlen unverändert bleibt. In der Yogaphilosophie nennt man dieses Prinzip „Atman“.

Wenn wir auf unserem Erfahrungsweg, mit dem elementaren Charakter unsers Selbstes so tief vertraut geworden sind, dass es ein stabiler Zustand ist und dauerhaft auf der Ebene der Bewusstheit, der bewussten Erfahrung, der Wahrnehmung über all unsere Sinne verankert ist, dann erst wird ein Zustand tiefgehendender Selbstanerkennung, Selbstwertschätzung und Selbstvertrauens erreicht.

Fehlt in unserem Leben diese tief verankerte Beziehung zu diesem unerschütterlichen Zustand des Bewusstseins, ist unsere Individualität, unsere Wahrnehmung, unser Fühlen und Handeln nur wie ein Blatt im Wind. Es ist den Veränderungen aufgrund äußerer Einflüsse ausgeliefert. Volatil und unstetig springt es wie ein unruhiger Affe der von Baum zu Baum.
Diese Schein-Selbst-Wahrnehmung, beruht überwiegend auf äußere, extrinsische (Gegenteil von intrinsisch: Verhaltensweisen oder Haltungen einer Person, die von außen beeinflusst oder gesteuert werden.) Stimulationen und Konditionierungen durch jeden, der mit uns, insbesondere in der Kindheit, in Kontakt gekommen ist.

Ob unsere Eltern, unsere Lehrer, oder unser soziales Umfeld, bis hin zu den Medien, der Werbung, der Meinungsbildner, sie alle erklären uns die Welt und wie sie zu sein scheint. Schon früh als Kind werden wir dahin trainiert, die Welt in Form einer kollektiven Volkswahrheit so wahr zu nehmen, wie sie uns dauerhaft erklärt wird.

Unsere Erinnerung an diesen folgenschweren Augenblick, an dem wir unseren Bezugsrahmen zu unserem Selbst verloren haben, ist verzerrt. Jedoch sind wir seit diesem Augenblick ein Mitglied der konditionierten Gesellschaft. Wir kennen die Beschreibung der Welt; und wir erreichen die akzeptierte Mitgliedschaft der Gesellschaft, wenn wir in der Lage sind, alle unsere Wahrnehmungen so zu deuten, dass wir mit dieser Beschreibung übereinstimmen und uns dadurch bestätigt fühlen. Es ist aber überaus wichtig und auch befreiend einen natürlichen Zustand unerschütterlichen Selbstbewusstseins zu besitzen, frei von Konditionierungen und fremden Denkmodellen.

Kein Geschäftsmann gewinnt Anerkennung in der Geschäftswelt und würde erfolglos bleiben, solange ihm keine ausreichenden Ressourcen zur Verfügung stehen und sein Handeln ausschließlich durch Mangelbewusstsein gelenkt wird. Erst wenn der individuelle Geist sich zum kosmischen ausweitet, kann er zu allen Zeiten voll Selbstvertrauen sein.

Die Strasse des Lebens

Jahrelang geht ein junger Mann bei einem Meister der Kampfkunst in die Schule. Durch große Disziplin und außerordentlichen Fleiß erreicht er schließlich sein Ziel: Er wird als fertig ausgebildeter Krieger aus der Schule entlassen.

Eines Nachts wird er auf seinem Heimweg von einer maskierten achtköpfigen Bande überfallen. Auf Grund seiner Furchtlosigkeit und durch sein hohes Können als austrainierter Kämpfer ist er in der Lage, sich erfolgreich gegen die erdrückende Übermacht zu verteidigen.

Natürlich ist er stolz auf seine Leistung und kann es kaum erwarten, seinem Meister davon zu berichten.
Der hört sich seine Geschichte aufmerksam an und meint darauf nur:

„Es wäre klug von dir gewesen, eine andere Straße zu wählen!“

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