Worte sind wie Federn im Wind

Ein Mann verbreitete verleumderische Behauptungen über den weisesten Mann einer Stadt. Später bedauerte er seine üble Nachrede und bat den Weisen um Vergebung. Er wolle auch alles Nötige tun, um den Schaden wiedergutzumachen. Der Weise bat ihn nur um eines: Er solle doch ein mit Federn gefülltes Kissen aufschneiden und die Federn im Wind verstreuen.

Erstaunt ob dieser merkwürdigen Bitte, ging der Mann seiner Wege und tat, wie ihm geheißen wurde. Wieder zurück, fragte er den Weisen:

„Habt Ihr mir nun vergeben?“

Dieser antwortete: „Geht zuerst und sammelt alle Federn wieder ein.

“ „Aber das ist doch unmöglich!“ antwortete der Mann. “ Der Wind hat sie doch längst davongetragen!“

“ Genauso unmöglich ist es den Schaden wiedergutzumachen, den Ihr durch Eure Worte angerichtet habt.“ „ erwiderte der Weise.

Die Lehre liegt auf der Hand. Was einmal gesagt worden ist, kann nicht wieder zurückgenommen werden. Und die entstandenen Verletzungen lassen sich vielleicht nie wieder ganz heilen. Sind wir versucht, negatives Gerede weiterzuerzählen, dann halten wir uns vor Augen, das wir gerade im Begriff stehen, Federn im Wind zu verstreuen.

Das gut gehütete Versteck Deines Charisma




Als Gott die Welt schuf, waren die Menschen noch alle bei ihm in seinem himmlischen Reich. Aber Gott wollte, dass sie sich auf die Erde begaben, die er für sie bestimmt hatte.

„Was können wir tun“, fragte der Erzengel Gabriel, „damit sie nicht immer wieder hierher zu uns in den Himmel kommen? Sie sollen dort leben, wo sie hingehören – auf der Erde.“

Gott und die Erzengel berieten.

Der Engel Michael sagte: „Wir müssen den Himmel verschliessen.“

„Aber wo lassen wir den Schlüssel?“ fragte Gabriel.

Michael: „Wir müssen ihn verstecken. An irgendeinem Ort, wo die Menschen ihn nicht finden.“

Einer der Engel schlug vor: „Wir könnten den Schlüssel im Meer versenken.“

Darauf Gott: „Ich kenne die Menschen. Sie werden ihn finden.“

Ein anderer Engel: „Dann verstecken wir ihn im Schnee der höchsten Berge.“

Gott: „Sie werden ihn finden.“

Der Engel Esekiel, der auch in moderner Engel ist: „Wir schiessen ihn in den Weltraum.“

Gott: „Sie werden ihn finden.“

Da meldete sich Gabriel: „Ich hab’s gefunden. Wir verstecken den Schlüssel im Herzen der Menschen.“

Darauf Gott: „Ja, lass uns das tun, sie finden ihn leichter im Meer und im Weltraum als in ihrem eigenen Herzen, aber wenn sie ihn dort finden, dann sollen sie ihn auch benutzen dürfen

Die Sorgen der anderen – Eine Geschichte aus Indien

Baum des Lebens


Es stand einmal in einem Dorf ein uralter, starker Baum. Eines Tages wurden alle Dorfbewohner eingeladen, Ihre Sorgen, Probleme und Nöte gut verpackt an diesen Baum zu hängen.

Die Bedingung war allerdings, dafür ein anderes Paket mitzunehmen. Zuhause wurden die fremden Pakete geöffnet. Doch es machte sich Bestürzung breit, denn die Sorgen und Probleme der anderen schienen deutlich größer als die eigenen!

Und so liefen alle wieder zu dem alten Baum und nahmen statt der fremden schnell die eigenen Pakete an sich und gingen zufrieden nach Hause.

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